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Merken   Drucken   29.09.2011, 10:42 Schriftgröße: AAA

Europameisterschaft 2012: Politstreit und Hooligans - alles gut im EM-Land

Trotz einiger Probleme im Ausrichterland Ukraine: Uefa-Präsident Michel Platini beschließt acht Monate vor Turnierbeginn, alles nur noch super zu finden. von Nina Jeglinski, Kiew
Spätsommer in Kiew, Hunderte von Arbeitern bohren und streichen an der wichtigsten Baustelle des Landes, dem Olympia-Stadion. Bevor die 500 Mio. Euro teure Arena Anfang Oktober eröffnet wird, schauten die Inspektoren des Europäischen Fußballverbands jetzt noch einmal in der Ukraine vorbei. Uefa-Präsident Michel Platini kam und hatte gute Laune mitgebracht. Zwar gäbe es überall noch kleinere Probleme, die großen seien aber aus dem Weg geräumt, sagte Platini auf seinen Stationen in Lwiw, Donezk und Charkow. Gut Wetter machen kann nie schaden - aber in Wahrheit sorgt sich die Uefa schon noch wegen der Vorbereitungen für die Fußball-EM 2012 in der Ukraine.
Michel Platini  berichtet in Kiew von seinen Eindrücken.   Michel Platini berichtet in Kiew von seinen Eindrücken.
Zwar werden alle Stadien rechtzeitig fertig. Am 28. Oktober wollen 40.000 Zuschauer zusammen mit Anastacia die Lwiw-Arena eröffnen. Auch in Kiew bereitet man eine Party vor. Dort wird am 8. Oktober mit Shakira das 70.050 Besucher fassende Olympia-Stadion eingeweiht. Einen Monat später kommt dann die deutsche Nationalmannschaft zu einem Freundschaftsspiel nach Kiew.
Worüber Platini jetzt nicht öffentlich sprach, sind die Probleme mit der Sicherheit. Kann die Ukraine gewaltbereite Hooligans in den Griff bekommen? Am Wochenende beim Spitzenspiel zwischen Dynamo Kiew und Schachtjor Donezk hatten die Sicherheitskräfte große Mühe, die gegnerischen Fans auseinanderzuhalten. Auf den Tribünen wurde Pyrotechnik gezündet, als gelte es, das neue Jahr zu begrüßen.
Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch (l) empfängt ...   Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch (l) empfängt UEFA-Chef Michel Platini im April in Kiew.
Dann ist da noch Stress mit dem politischen Gegner. Was am 7. August während eines Freundschaftsspiels zwischen Dynamo Kiew und Karparty Lwiw seinen Anfang nahm, hat sich mittlerweile zu einem Politikum entwickelt. Ein Dynamo-Fan hatte damals Parolen gegen Staatspräsident Viktor Janukowitsch skandiert, die nicht jugendfrei sind. Gegen ihn ist ein Strafverfahren eingeleitet worden. Um den jungen Mann zu unterstützen und die Prozesskosten zu zahlen, gründete sich ein Verein. Mitte September wollte man T-Shirts mit einem Solidaritätsaufdruck auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz in Kiew verkaufen. Schwer bewaffnete Sondereinheiten des Innenministeriums stürmten den Verkaufsstand. Neben den T-Shirts beschlagnahmte die Polizei auch Tassen mit dem Aufdruck "Euro 2012". Der Besitzer der Druckerei Prostoprint, die die Artikel hergestellt hat, bekam danach Besuch von der Miliz. "Server und Maschinen sind mitgenommen worden, ich kann den Laden praktisch schließen", sagte Besitzer Denis Olijnikow.

Teil 2: "Wir werden Außergewöhnliches erleben"

  • Aus der FTD vom 29.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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