Klaus Allofs soll - wie diverse Zeitungen berichten - von Werder Bremen zum VfL Wolfsburg wechseln. Befeuert hat diese Berichte unter anderem VfL-Aufsichtsratsmitglied Stephan Grühsem, der der Nachrichtenagentur dpa sagte: "Klaus Allofs ist mit seinem Profil ein Manager, der sicher jedem Club gut zu Gesicht stehen würde."
Beim VfL Wolfsburg wird seit der Entlassung von Felix Magath nach einem neuen Manager gesucht. Der 55 Jahre alte Allofs arbeitet seit 1999 bei Werder in verantwortlicher Position, zunächst als Vorstandsmitglied, inzwischen als Vorsitzender der Geschäftsführung. Er genießt in der Branche einen exzellenten Ruf. Tatsächlich hatte er viele Stars - Johan Micoud, Diego oder Mesut Özil - für verhältnismäßig wenig Geld an die Weser gelockt, wo sie zu richtig teuren Kickern heranreiften und mitunter teuer verkauft werden konnten.
Zuletzt musste der Werder-Boss allerdings ein Rekord-Minus von 13,9 Mio. Euro vermelden, bekam aber trotzdem von der Mitgliederversammlung des Vereins nach seinen Ausführungen Applaus.
Das Verhältnis zum Aufsichtsratschef Willi Lemke gilt als nicht sonderlich gut, spätestens nach einem verbalen Schlagabtausch in der Öffentlichkeit zu Beginn der zurückliegenden Saison. Zuletzt schienen sich der ehemalige Manager und der aktuelle Geschäftsführer aber wieder angenähert zu haben.
Im Dezember des vergangenen Jahres unterschrieben Allofs und Trainer Thomas Schaaf neue Verträge bei Werder. Allofs' Kontrakt gilt bis 2015. Das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg 2004 war die bisherige Krönung des Duos, doch der langfristige Erfolg zeigte sich vor allem in sechs Champions-League-Teilnahmen innerhalb von sieben Jahren. Zuletzt verpasste Werder jedoch zweimal hintereinander den internationalen Wettbewerb. Dadurch fehlt das Geld, so dass es in diesem Jahr das Rekord-Minus gab.
Die Wolfsburger hatten sich am 25. Oktober von ihrem ehemaligen Meistermacher Felix Magath getrennt. Nach dem Titelgewinn im Jahr 2009 und dem Wechsel zu Schalke 04 ging dessen zweite Amtszeit nach der Rückkehr zum VfL gründlich daneben. Bei Magaths Entlassung standen die Niedersachsen mit nur fünf Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.
Der renommierte Trainer war zudem als Manager und Geschäftsführer für den Werksklub tätig. Von dieser Struktur will Volkswagen als hundertprozentiger Anteilseigner des VfL in Zukunft abrücken. Die Verantwortlichen hatten angekündigt, den Trainer- und Managerposten nicht mehr in Personalunion vergeben zu wollen. Nach der Verpflichtung eines neuen Managers soll auch ein neuer Cheftrainer geholt werden. Derzeit betreut Amateurcoach Lorenz-Günther Köstner als Interimslösung die Wolfsburger Profis.