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Merken   Drucken   13.05.2012, 09:29 Schriftgröße: AAA

Pokalfinale: BVB schafft das Double mit 5:2 gegen Bayern

Es war eine Lehrstunde am Rande der Demütigung: Die Dortmunder Borussia besiegt den FC Bayern München souverän im DFB-Pokalfinale. Dabei machte zunächst vor allem Robben alles richtig.
© Bild: 2012 None
Es war eine Lehrstunde am Rande der Demütigung: Die Dortmunder Borussia besiegt den FC Bayern München souverän im DFB-Pokalfinale. Dabei machte zunächst vor allem Robben alles richtig.

Fünf Mal in Folge hat der BVB nun gegen den FC Bayern München gewonnen - dieses Mal war es eine Demonstration. Mit 5:2 (3:1) besiegen die souveränen Dortmunder den Champions-League-Finalisten und Vizemeister. Das Spiel der derzeit mit Abstand beiden besten Mannschaften Deutschlands war teilweise hochklassig, wegen der Überlegenheit des BVB allerdings nur in der ersten Hälfte spannend.

Die Dortmunder gewinnen das Double aus Deutscher Meisterschaft und Pokalsieg zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte. Zuvor hatten sie die Meisterschaft mit 81 Punkten gewonnen, so viele, wie noch nie zuvor eine Mannschaft in einer Bundesligasaison erzielte.

Kam nach der Auswechslung ins Krankenhaus: Roman Weidenfeller   Kam nach der Auswechslung ins Krankenhaus: Roman Weidenfeller

Die erste gefährliche Situation gibt es bereits nach zwei Minuten, und zwar im Dortmunder Strafraum. Das Tor für die Münchner durch Philipp Lahm bleibt aus. Aber unmittelbar im Gegenzug erzielen die Borussen die Führung nach einem Doppelpass zwischen Shinji Kagawa und Kuba, den der Japaner souverän versenkt. Entscheidende Fehler auf Bayern-Seite macht Luiz Gustavo.

Es ist das schnellste Tor in einem Pokalfinale, gleichauf mit dem Finale 2003, als der damalige Münchner Michael Ballack gegen Kaiserslautern traf.

Ab der achten Minute steht dann der Dortmunder Torwart Roman Weidenfeller im Mittelpunkt des Geschehens. Nach einem Zusammenprall mit Mario Gomez bleibt der Keeper minutenlang mit schmerzverzertem Gesicht liegen, offenbar an den Rippen getroffen. Er entscheidet sich dann aber zum Weiterspielen - möglicherweise ein Fehler. Denn einen weiteren Angriff von Gomez in der 23. Minute kann er nur mit einem Foul parieren. Schwer auszumachen, ob er schmerzfrei schneller und foulfrei geblieben wäre. Zusätzlich zum berechtigten Elfmeter bekommt er die Gelbe Karte

Diesmal trifft er: Arjen Robben   Diesmal trifft er: Arjen Robben

Beim anschließenden Strafstoß kommt es zur Wiederholung des Duells aus der Bundesliga-Rückrunde, als Arjen Robben gegen Weidenfeller einen Elfer verschoss. Doch diesmal behält Robben die Nerven, schießt rechts flach, Weidenfeller fliegt in die andere Ecke und es steht 1:1.

In der 34. Minute geht es dann nicht weiter beim BVB-Stammtorhüter, der sich gegen Ersatzkeeper Mitchell Langerak austauschen lässt. Der hat bereits Erfahrung gegen die Bayern, denn er stand beim 3:1 in München in der Saison 2010/11 im Tor.

Die Dortmunder lassen sich durch den Wechsel alles andere als verunsichern, kombinieren weiter und bauen sich eine Überlegenheit im Mittelfeld auf. Die zahlt sich aus in der 40 Minute, als Boateng den im Strafraum Haken schlagenden Kuba von den Beinen holt. Kuba, mit bürgerlichem Namen Jakub Blaszczykowski, war auch schon am ersten Dortmunder Treffer beteiligt und ist einer der Aktivposten der Dortmunder Mannschaft. Den Strafstoß verwandelt Mats Hummels, Manuel Neuer ist aber noch dran an dem Schuss in die rechte untere Ecke.

In der ersten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte sieht Boateng erneut nicht gut aus, auch Gustavo ist viel zu weit weg von Kagawa. Dessen Ball findet Lewandowski, der zum 3:1 trifft. Falls Kagawa dieses Spiel als Bewerbungsspiel für einen Wechsel in die englische Premier League ansehen sollte, ist der Auftritt absolut gelungen. Die Bayern-Abwehr kommt mit dem Japaner überhaupt nicht zurecht.

Nach erst 50 Minuten, wegen der Verletzung Weidenfellers, endet die erste Halbzeit. Es gab viele aufregende Momente, zwei Elfmeter und einen BVB, der mit zwei Toren Vorsprung führt. Für den BVB spricht die effektive Verwertung der wenigen Chancen nach Fehlern der Bayern. Die wiederum sind zwar optisch aktiver, aber nicht kreativer.

Shinji Kagawa: Vielleicht sein letztes Spiel für Dortmund   Shinji Kagawa: Vielleicht sein letztes Spiel für Dortmund

Gustavo muss sich die zweite Hälfte vom Spielfeldrand aus anschauen. Heynckes tauscht ihn nach seinen Fehlern aus, Thomas Müller rückt für ihn ins Spiel.

In der 49. Minute leistet sich der Dortmunder Ersatztorwart Langerak einen Riesenpatzer, als er außerhalb des Sechzehners den Ball nicht erreicht und es für Sekundenbruchteile brandgefährlich wird. Die Dortmunder Innenverteidigung hat den Ball dann aber schnell gesichert, so dass die Dummheit des jungen Australiers nicht mit einem Gegentreffer bestraft wird.

Die Münchner bauen in dieser Phase dennoch keinen richtigen Druck auf, immerhin müssen sie in der regulären Spielzeit noch mindestens zwei Tore schießen. Zwar bleiben die Münchner optisch etwas überlegen, doch insbesondere den beiden Polen Kuba und Lewandowski gelingt es immer wieder, mit schnellen Pässen und Vorstößen Unruhe in die Bayern-Abwehr zu bringen.

Folgerichtig gelingt Lewandowski in der 57. Minute das 4:1 nach Vorbereitung durch Großkreutz. Der bugsiert den Ball an drei bayerischen Verteidigern vorbei, einem dabei durch die Beine, parallel zur 16-Meter-Linie zum Torschützen, der völlig frei steht.

Den Bayern merkt man nun an, dass die Gedanken in Richtung Champions-League-Finale gehen und sie aus diesem Spiel nicht mehr mit einem Sieg herauskommen wollen, sondern lediglich mit Anstand. Vereinzelte Versuche etwa von Franck Ribéry blockieren die Dortmunder souverän ab. Die hingegen scheinen auch kein Interesse daran zu haben, aus dem Sieg gegen die Bayern eine Demütigung zu machen. In der 68. Minute kommt für die Bayern auch noch Pech dazu, als Gomez bei einem der wenigen gefährlichen Angriffe nur das Lattenkreuz trifft.

Für die Dortmunder hätte dies ein Weckruf sein können, war es aber nicht. Acht Minuten später gelingt deshalb Ribéry nach tollem Dribbling und einer schwachen Reaktion Schmelzers der Anschlusstreffer zum 4:2.

In der 80. Minute verlässt Kagawa das Spielfeld, vermutlich seine letzte Partie für den BVB nach zwei Jahren und zwei Meisterschaften. Nach der Einwechslung von Sven Bender sind die Bayern-Abwehr und vor allem Neuer noch völlig von der Rolle, so dass Lewandowski nach Vorarbeit von Piszczek zum 5:2-Endstand trifft.

  • FTD.de, 13.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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Die Ergebnisse
der 1. Bundesliga
Hamburger SV-1899 Hoffenheim2:0(1:0)
Borussia Dortmund-VfL Wolfsburg2:3(1:2)
VfB Stuttgart-FC Schalke 043:1(2:1)
1. FC Nürnberg-Fortuna Düsseldorf2:0(1:0)
SC Freiburg-SpVgg Greuther Fürth1:0(1:0)
FC Augsburg-Bayern München0:2(0:1)
Eintracht Frankfurt-Werder Bremen4:1(0:0)
Bor. Mönchengladbach-FSV Mainz 05-:-
Hannover 96-Bayer Leverkusen-:-
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