Hope Solo, hier nach der Niederlage gegen Japan im WM-Finale, ist bitter enttäuscht
Die 2009 gegründete WPS ist nach ihrem Vorgänger WUSA bereits die zweite Frauen-Profiliga, die ihren Spielbetrieb nach nur drei Jahren einstellt. Dabei war der Hype um Abby Wambach und Hope Solo nach Platz zwei bei der WM im vergangenen Sommer in Deutschland so groß wie seit dem Titelgewinn 1999 im eigenen Land nicht mehr. Doch die Begeisterung für die US-Girls täuschte über die Probleme in der WPS hinweg.
Gerichtsstreit mit Multimillionär
Zu Beginn waren noch sieben Teams übers ganze Land verteilt, zuletzt nur noch fünf Mannschaften an der Ostküste. Wie schon WUSA bot WPS zwar große Namen, schrieb aber trotzdem rote Zahlen. Und zuletzt stieg mit Sportartikelhersteller Puma ein wichtiger Sponsor aus.
Hinzu kommt der seit Monaten andauernde Gerichtsstreit mit Dan Borislow. Der 50-jährige Multimillionär hatte im Sommer den Club Washington Freedom erworben, nach Florida umgesiedelt und ihm den Namen Magic Jack gegeben - benannt nach dem von ihm erfundenen USB-Adapter. Bereits früh gab es Kritik an der Vereinsführung von Borislow, der schlecht über Sponsoren, andere Teambesitzer und die Liga redete. Er hatte in Solo und Wambach zwar zwei Superstars, rührte aber kaum die Werbetrommel. Außerdem, so hieß es in einem Ligaschreiben im August, behandele er die Spielerinnen "unprofessionell und herabsetzend" und zahle seine Rechnungen nicht.
WPS-Geschäftsführerin Jennifer O'Sullivan sagte, dass man sich entschlossen habe, lieber die Saison auszusetzen als weiterhin mit Borislow zusammen zuarbeiten. Der deutsche Geschäftsführer des Sky Blue FC aus New Jersey, Thomas Hofstetter, sagt über Borislow: "Rückblickend muss man sagen, dass wir nicht sorgfältig genug waren."