Südafrika vor der WM
Kickende Omas auf Torejagd
Tatsächlich fällt dieser Zusammenhang auf, wenn man die Liste der 32 für die Fußballweltmeisterschaft 2010 qualifizierten Teams mit Bevölkerungstabellen und Wohlstandsbarometern abgleicht: 12 der 20 laut Legatum Prosperity Index weltweit wohlhabendsten Länder sind in Südafrika dabei (legt man den Human Development Index der Vereinten Nationen zugrunde, sind es immerhin zehn). Dagegen finden sich unter den 20 bevölkerungsreichsten Staaten gerade einmal sechs, die bei dem Großereignis mitmachen dürfen.
Die Korrelation verblüfft, schließlich ist der Leitsatz, dass Geld Tore schießt, zwar vom Vereinsfußball bekannt, nicht aber von Nationalmannschaften. Chelsea kann Afrikas beste Spieler kaufen, England kann das nicht. Ökonomen, sonst um komplizierte Erklärungen nie verlegen, ziehen sich beim Fußball gern auf die simple Ableitung zurück, dass Länder mit vielen Menschen das größte Reservoir an Fußballtalenten haben und damit die größten Erfolgschancen. "Dieser Zusammenhang scheint der kleinste gemeinsame Nenner zu sein", schrieb der Chefvolkswirt von Goldman Sachs, Jim O'Neill, in einer Studie zur WM 2006.