Die Erfolge von Spitzenreiter Manchester City im englischen Fußball werden von einem Rekordverlust getrübt. Ein kontroverser Deal soll Abhilfe beim Champions-League-Gegner von Bayern München schaffen.
ManCity-Vorstandsmitglied Khaldoon Al-Mubarak fand blumige Worte zur Finanzmisere. Foto: Lindsey Parnaby
Bilder von feiernden Spielern und glücklichen Fans nach dem Pokalsieg in Wembley, blumige Worte von Vorstandsmitglied Khaldoon al-Mubarak - der am 18. November herausgegebene Jahresbericht von Manchester City hätte gut als Werbebroschüre für den zweimaligen englischen Meister durchgehen können. Wäre da nicht der größte Verlust in der englischen Fußball-Geschichte.
Der Champions-League-Gegner von Bayern München, der im Spiel gegen beim SSC Neapel schon den Achtelfinal-Einzug buchen kann, verbuchte im abgelaufenen Geschäftsjahr das Rekordminus von umgerechnet 228 Millionen Euro. Damit übertraf der einst so bescheidene Arbeiterverein aus dem Osten von Manchester sogar die Negativmarke des FC Chelsea. Die Londoner, die bei Bayer Leverkusen zu Gast sind, verbuchten 2005 ein Minus von 164 Millionen Euro.
City-Vorstandsmitglied al-Mubarak stellte die sportlichen Erfolge von 2011 mit Platz drei in der Premier League und dem englischen Pokalsieg über die finanzielle Schieflage: «Auf das beste Resultat in der Premier League, die Qualifikation für die Champions League und den ersten Titelgewinn seit 35 Jahren können wir stolz sein.»
Seit der Übernahme des Clubs durch Scheich Mansour bin Zayed al Nahyan aus Abu Dhabi im September 2008 wurden mehr als 700 Millionen Euro in den Kader investiert. Die extraordinären Ausgaben für Transfers und Gehaltskosten von 203 Millionen Euro schlugen trotz einer Umsatzsteigerung von 145 auf 178 Millionen Euro bei City mächtig ins Kontor. Im Sommer zahlte man für Maradona-Schwiegersohn Sergio Agüero 45 Millionen Euro an Atlético Madrid. Torjäger Edin Dzeko wurde im Januar für die Bundesliga-Rekordsumme von 35 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg geholt.
Die neuen Stars schossen Manchester City an die Tabellenspitze der Premier League - und tief in die roten Zahlen. «Auf dieser Ebene werden sich solche Ergebnisse nicht wiederholen», versprach Citys Finanzchef Graham Wallace. Ein neuer Zehn-Jahres-Vertrag mit der Emirate-Fluggesellschaft Etihad Airways soll Manchester City aus der Schuldenfalle helfen. Dieser Sponsorendeal soll 466 Millionen Euro in die Kassen des Europacupsiegers von 1970 spülen. Dazu kommen Marketingaktivitäten in Fernost.
Kritiker sehen in dem Vertrag mit Etihad Airways eine Aushebelung der UEFA-Regularien. «Etihad, Manchester City und Scheich Mansour sind offensichtlich miteinander verbunden. Wenn dem so ist, muss die UEFA dagegen vorgehen», forderte der Manager des FC Liverpool, Ian Ayre. Arsenals Coach Arsene Wenger sieht «die Glaubwürdigkeit des Financial Fair Play gefährdet». Durch diese Regelung sollen unbegrenzte Investitionen in Spieler und ein exorbitanter Anstieg der Gehälter verhindert werden. Die Clubs müssen zudem innerhalb von drei Jahren profitabel sein.
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