Würden die Zuschauer entscheiden, dann ginge der Afrika-Cup in diesem Jahr ganz klar an die Fußballer aus Sambia. Die Mannschaft kämpfte sich zur Überraschung vieler ins Finale und schaltete dabei auch Mitfavoriten wie Ghana aus.
Sambia ist die große Überraschung beim Afrika-Cup 2012. Foto: Stringer
Der Finalgegner Elfenbeinküste geht aber als haushoher Favorit in das Endspiel am Sonntag in Libreville, der Hauptstadt von Gabun. Für die Elfenbeinküste wäre es der zweite Titel nach 1992. Damals gewannen sie alle Spiele des Turniers, ohne ein einziges Gegentor zu kassieren. Trotzdem werde man die Sambier nicht unterschätzen, sagt Nationalspieler Salomon Kalou. «Sie sind ein sehr gutes Team, und es wird ein sehr schwieriges Spiel werden», meint der Chelsea-Stürmer.
Die meisten Spieler von Sambias Trainer Herve Renards kicken für afrikanische Vereine. Kapitän Christopher Katongo, einst in Bielefeld aktiv, stürmt in der «Chinese Super League» für «Henan Construction». Die sambische Sturmspitze wird es schwer haben, eine Lücke in der Verteidigung der «Elefanten» von der Elfenbeinküste zu finden. Das letzte Gegentor kassierte die Mannschaft im November, die nächsten sieben Spiele ließ die Verteidigung ihren Gegnern keine Chance.
Elfenbeinküste-Trainer Francois Zahoui kann sich aber nicht nur auf seine Abwehr verlassen. Die Stürmer Salomon Kalou, Gervinho und Didier Drogba spielen in England Clubfußball auf höchstem Niveau. Das Brüderpaar Yaya und Kolo Touré untermauert Favoritenstellung der Elefanten weiter. Für Sambia ist es eine emotionale Rückkehr nach Libreville. Im April 1993 verunglückte dort ein Flugzeug mit 18 Mitgliedern der Nationalmannschaft von Sambia an Bord. Die Ereignisse von vor 19 Jahren seien für die gesamte Delegation noch sehr präsent, sagt Kalusha Bwalya, der Präsident von Sambias Fußballverband. Bwalya war damals Kapitän der Nationalmannschaft, befand sich aber nicht an Bord der Unglücksmaschine.
Sambia steht zum dritten Mal im Finale des Afrika-Cups. Gewonnen haben sie noch nie. Der Finaleinzug kam als Überraschung, sagt Bwalya. «Niemand hat uns eine Chance gegeben, das Finale zu erreichen. Aber das Schicksal hat es gut mit uns gemeint», fügt er hinzu. «Ich hoffe, wir können dies so beenden, wie wir in den vergangenen Matches gespielt haben. Für uns ist das sehr wichtig. Ich hoffe, die Spieler zeigen sich der Situation gewachsen.»
Zahoui versteht die Emotionen auf der Gegenseite nur zu gut. Die Elfenbeinküste hat erst kürzlich einen blutigen politischen Konflikt überwunden. «Unser Land hat eine schwierige Zeit hinter sich und Fußball kann helfen, die Wunden zu heilen», sagt er. «Wenn wir die Trophäe nach Hause bringen können, würde das den Menschen in der Elfenbeinküste sehr viel bedeuten. Wir wollen sie wieder glücklich machen.»
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