«Bordeaux hat Bayern München deutlich beherrscht und kann von nun an wirklich die Hoffnung auf eine Qualifikation für das Achtelfinale hegen», schrieb die Zeitung «Le Parisien». Das Sportblatt «L'Equipe» meinte, die Franzosen hätten aufgrund der spielerischen Überlegenheit deutlich höher gewinnen und den deutschen Rekordmeister so «in die Hölle schicken können». Girondins habe «ein Spiel der tausend Emotionen gewonnen», jubelt unterdessen die Regionalzeitung «Sud-Ouest».
Medien, Fans und Spieler freuen sich indes nicht nur über die wichtigen drei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten, sondern auch über die «Revanche» nach der Niederlage der Girondins gegen die Bayern im UEFA-Cup-Endspiel 1996. «Das war eine schöne Rache», tönte Stürmer Marouane Chamakh, obwohl er vor 13 Jahren nicht dabei war. Es habe «viel Spaß gemacht, einen Großen zu bezwingen», so der 25- jährige Marokkaner. Coach Laurent Blanc lobte seine Spieler, die «alles gegeben» hätten, warnte aber auch: «Noch ist nichts entschieden». Man müsse in München ein gutes Ergebnis holen.
Inmitten der Euphorie bleibt für Bordeaux aber doch ein Wermutstropfen. Dass sich die Girondins «den unbegreiflichen Luxus geleistet haben» («L'Equipe»), gegen die Bayern zwei Elfmeter zu vergeben, könne teuer zu stehen kommen, hieß es überall. «Es bleibt ein Geschmack des Unvollendeten. Da kann man nur hoffen, dass am Ende der Gruppenphase das Team (Bordeaux) nicht den beiden vergebenen Elfmetern nachtrauern muss», schrieb «Le Monde».
«Es kommt schon selten vor, dass ein französischer Club es schafft, einen Großen in Europa zu destabilisieren und zu zermürben», meinte Bordeaux-Torschütze Marc Planus. Trainer Blanc erlaubte sich einen kleinen Seitenhieb auf die Bayern: «Man sagt, dass die französischen Vereine einen Rückstand gegenüber den Großen in Europa haben, aber ein großer Verein zu sein ist nun einmal keine Erfolgs- Garantie».