Argentinien tanzt Spanien aus - Verlierer Maradona
Angeführt von Superstar Lionel Messi hat Argentinien Fußball-Weltmeister Spanien mit 4:1 deklassiert und damit etwas von der WM-Schmach getilgt.
Lionel Messi feiert sein Tor im Länderspiel gegen Spanien.
Zwei Monate nach dem Titelgewinn in Südafrika wurde das Team von Trainer Vicente del Bosque dagegen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. «Argentinien erteilte Spanien eine beispiellose Lektion», schrieb die Zeitung «El País» nach der höchsten Länderspiel-Niederlage der Iberer seit dem 1:4 in Hannover gegen Deutschland vor zehn Jahren. «Die Spanier machten ihrem WM-Titel keine Ehre», ergänzte «El Periodico».
Gonzalo Higuain feiert sein Tor gegen den Weltmeister.
Vor allem Messi, der bei der WM nicht recht zum Zuge gekommen war, begeisterte das heimische Publikum. Der Weltfußballer des Jahres, der für den FC Barcelona kickt, muss sich immer wieder mal gegen den Vorwurf zur Wehr setzen, kein richtiger Argentinier mehr zu sein. Nun feierten Zehntausende ihren Star. «Es ist etwas sehr Schönes, wieder bei den Menschen zu sein», sagte Messi nach dem Spiel.
Argentiniens neuer Coach Sergio Batista kann zufrieden sein.
Vor 65 000 Zuschauern im ausverkauften River-Stadion Monumental von Buenos Aires brachte Messi die Auswahl von Interimscoach Sergio Batista in der 10. Minute in Führung. Danach trafen Gonzalo Higuaín (13.), Carlos Tevez (35.) und Sergio Agüero (90.). Das Gegentor erzielte Fernando Llorente (84.). Für Spaniens Carlos Marchena ging eine Serie von 57 Länderspielen ohne Niederlage zu Ende.
Die Argentinier Carlos Tevez, Lionel Messi und Gonzalo Higuain (v.l.) sind nicht zu stoppen.
Ein herber Rückschlag war der Kantersieg gegen den Weltmeister für Diego Maradona. Der Ex-Trainer hatte darauf spekuliert, doch noch einmal Nationalcoach zu werden. Nachdem sein Vertrag nach dem WM- Debakel nicht verlängert worden war, sprang Batista als Interimstrainer ein. Und um Maradona wurde es still. Für Batista, den Fans und Medien «Checho» nennen, stand daher viel auf dem Spiel.
Der Argentinier Lionel Messi (r) kämpft mit Spaniens Andres Iniesta um den Ball.
«Ich weiß, ich bin Interimscoach. Ich will aber beweisen, dass ich die Fähigkeiten habe, um zu bleiben», sagte der Mann, der 1986 beim WM-Gewinn der «Gauchos» im Mittelfeld eine Art «Leibwächter» Maradonas war und sich nun aus dem Schatten des Stars lösen will. Nach dem Sieg sprach der 47-Jährige aus, was alle vermuteten: «Ich arbeite immer, um zu bleiben. Die Entscheidung liegt dann natürlich bei den Funktionären, die sich im November treffen». Dabei geht es dann auch um die Frage, wer Argentinien zur WM 2014 in Brasilien führt.
Die Spieler äußerten sich bisher positiv über Batista, was auch als versteckte Kritik an Maradona gewertet wurde. Vergangenen Monat hatte Batista die Südamerikaner schon zu einem 1:0-Sieg über Irland geführt. Mit dem glänzenden Sieg gegen Spanien konnte er seine Position nun weiter stärken. Noch schlimmer war für Maradona, der sich seit langem in ungewöhnliches Schweigen hüllt, dass ausgerechnet die von ihm bei der WM aussortierten Routiniers Javier Zanetti und Esteban Cambiasso von Inter Mailand besonders gut spielten.
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