Anders als in den vergangenen Jahren, als man den Forderungen der Fans nach Daum nur halbherzig nachkam, hatte die Clubführung Daum diesmal den roten Teppich ausgerollt. Immerhin vier Trainer (Koller, Stevens, Rapolder und Latour) hat FC-Präsident Wolfgang Overath in seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit verschlissen. Geblieben ist ein Verein, der vergeblich nach Höherem strebt. Nicht zuletzt deshalb sollte nun ein Fußballlehrer her, der in Köln Kultstatus genießt. Selbst am Geld hätte es nicht scheitern sollen: "Wir wollen Daum, und wir können ihn finanzieren", hatte Overath erklärt.
Engagement bezweifelt
Insider hatten jedoch von Anfang an bezweifelt, dass sich Daum für den FC entscheiden würde. So wie Udo Lattek. "Früher war ein Angebot aus Köln wie ein Lottogewinn, das ist heute nicht mehr der Fall. Daum hat einen Namen zu verlieren, von daher wird er sich das genau überlegen", kommentierte der einstige FC-Coach im DSF.
Jetzt gibt es Gerüchte, Peter Neururer solle den Trainerjob übernehmen. Der Rummel um Daum dürfte die Suche nach einem anderen Latour-Nachfolger allerdings erheblich erschweren. Denn er müsste mit dem Makel leben, nur die "Notlösung" zu sein.