Steuer-Affäre der Schiedsrichter, Razzia beim DFB, Fanausschreitungen - um den Deutschen Fußballbund stand es in den vergangenen Wochen nicht zum besten. Auch Fußballlegende Beckenbauer sieht den guten Ruf des DFB gefährdet.
Franz Beckenbauer macht sich Sorgen um den Ruf des deutschen Fußballs. "Es ist ein bisschen viel passiert in letzter Zeit. Es sind einige Störfaktoren, die das gesamte Bild trüben", sagte der "Kaiser" in einem "kicker"-Interview angesichts der Zuschauerausschreitungen und der Schiedsrichteraffäre um Steuerhinterziehung. "Insofern hat die Reputation des Fußballs insgesamt und gerade auch das Erscheinungsbild des DFB gelitten."
Der 66-Jährige kritisierte zudem die Aufarbeitung der Vorwürfe gegen die Referees. Nach einem Bericht des "Spiegel" sind die Ermittlungen mit dem treffenden Namen "Abseits" wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung auf rund 70 aktive und ehemalige Unparteiische ausgeweitet worden. Zu allem Übel weht den verunsichert wirkenden Referees ein heftiger Gegenwind aus der Liga entgegen. "Die Sache zieht sich ja jetzt schon hin wie Kaugummi. Das ist nicht schön. Es muss alles aufgeklärt werden", sagte Beckenbauer und warnte: "Solange dies nicht geschehen ist, wird es nicht zu der erhofften Ruhe kommen."
Jeder Unparteiische müsse selber wissen, was er verkehrt gemacht hat, ob er sich in Steuersachen nicht korrekt verhalten hat: "Sollte es so sein, so muss er belangt werden und die Konsequenzen tragen."
Ein konsequentes Vorgehen forderte der Kapitän der Weltmeister von 1974 und Trainer des WM-Teams von 1990 auch gegen randalierende Fans. "Es darf nicht zu italienischen Zuständen kommen", sagte Beckenbauer. "Solche Zustände müssen in der Bundesliga verhindert werden. Ich bin für hartes Durchgreifen, hohe Strafen und Stadionverbote."
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