Borussia Mönchengladbach und der VfB Stuttgart haben ihre Chancen auf die Zwischenrunde in der Europa League gewahrt. Ein Last-Minute-Treffer von Juan Arango rettete am Donnerstagabend den Gladbachern das 2:2 (1:0) bei Olympia Marseille.
Durch das Remis verbesserte sich der Fußball-Bundesligist in der Gruppe C hinter Fenerbahce Istanbul auf den zweiten Platz. Mit einem Sieg gegen AEL Limassol können die Borussen im nächsten Heimspiel bereits das Überwintern im internationalen Wettbewerb perfekt machen - wenn Marseille gegen Fenerbahce Istanbul verliert.
Die Stuttgarter feierten mit dem 2:0 (0:0) beim FC Kopenhagen in der Gruppe E im vierten Spiel ihren ersten Sieg und erhöhten schlagartig die Chancen auf das Weiterkommen. Vedad Ibisevic (76. Minute) und Martin Harnik (90.+2) sicherten den Schwaben mit ihren Toren den Erfolg.
Dank des etwas glücklichen Punkte-Dreiers verbesserte sich das Team von Trainer Bruno Labbadia auf Tabellenplatz zwei und hat in den verbleibenden zwei Partien den Einzug in die K.o.-Runde in der eigenen Hand. "Das ist super für uns. Wir haben es uns aufgrund der zweiten Halbzeit auch verdient", urteilte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic.
Für Ärger sorgten einige VfB-Fans: Sie erzwangen durch das Zünden von Feuerwerkskörpern eine Unterbrechung. Bengalos flogen auf das Spielfeld, Rauchschwaben waberten über den Rasen. "Da sind einige dabei, die wollen es nicht begreifen, die haben auch in einem Fußballstadion nichts zu suchen. Dafür müssen wir uns schämen", klagte Bobic. Seinem Club droht nun eine Strafe.
In Marseille blieben den Gladbachern solche Szenen erspart. Dafür mussten sie lange bangen um den wertvollen Punkt. Dabei hatte Mike Hanke die Gäste in Führung in der 20. Minute gebracht. Doch eine deutliche Leistungssteigerung der Franzosen nach der Pause und die Tore von Joey Barton (54.) sowie Jordan Ayew (67.) drehten vor rund 15.000 Zuschauern vorübergehend das Match - bis Arango mit einem satten Schuss den Gladbachern noch einen Punkt rettete.
Bayer Leverkusen kann frühzeitig mit dem Einzug in die Zwischenrunde der Europa League planen. Die derzeit nicht zu bezwingende Werkself gewann ihr viertes Match gegen Rapid Wien mit 3:0 (1:0) und behauptete damit die Tabellenführung der Gruppe K. Jens Hegeler (4. Minute), André Schürrle (53.) und Manuel Friedrich (66.) bescherten den Rheinländern vor 19.842 Zuschauern den ungefährdeten Sieg. Die seit nun zwölf Pflichtspielen ungeschlagene Bayer-Truppe - das einzige Team im Wettbewerb noch ohne Gegentreffer - meisterte die Pflichtaufgabe gegen die limitierten Österreicher ohne zu glänzen, sparte dabei aber auch Kräfte für die nächsten Spiele.
Für den Tabellenvierten der Fußball-Bundesliga steht nun in zwei Wochen die Auswärtspartie bei Metalist Charkow an - in der Ukraine kann Bayer den Gruppensieg perfekt machen.
Nach vier Erfolgen in Serie stellten die Leverkusener auch gegen den krassen Außenseiter aus der Donau-Metropole früh die Weichen auf Sieg. Nachdem Junior Fernandes eine Flanke von Sidney Sam an die Querlatte geköpft hatte, nickte Hegeler den Abpraller ein. Der Mittelfeldspieler erzielte sein zweites Saisontor - insgesamt stand er erst zum dritten Mal in der Startelf. Fernandes hatte bis dato gar erst einmal von Anfang an gespielt, die Aufstellungsrotation von Samy Hyypiä und Sascha Lewandowski ermöglichte ihm die Chance gegen Rapid.
Die Leverkusener Trainer verzichteten im fünften Match innerhalb zwei Woche auf Stefan Kießling und Lars Bender, die geschont wurden. Der zuletzt überzeugende Gonzalo Castro nahm zunächst auf der Bank Platz. Außerdem fehlten die verletzten Daniel Schwaab, Karim Bellarabi und Michal Kadlec. Ein noch wesentlich größeres Lazarett hatte Rapid-Trainer Peter Schöttel zu beklagen, dem im Spiel um die letzte Chance gleich zehn Profis nicht zur Verfügung standen.
Die Wiener Bilanz von null Punkten und 1:8 Toren aus den ersten drei Partien spiegelt sich vor der Pause wider: Rapid agierte wenig kombinationsfreudig und offenbarte vor dem Tor Abschlussschwächen. Am gefährlichsten setzte sich noch Christopher Trimmel in Szene, der per Kopf zweimal knapp scheiterte (5./42.). Kapitän Stefan Kulovits schob den Ball an Keeper Michael Rensing, aber auch am Kasten vorbei (35.).
Leverkusen machte nach der frühen Führung zu wenig, um schon vor der Pause eine Vorentscheidung zu erzwingen. In einer Halbzeit auf insgesamt mäßigem Niveau hatte Ramos Carvajal mit einem frechen Schlenzer gegen die Querlatte die größte Chance für Bayer (12.).
Nach dem Seitenwechsel gehörte die Anfangsphase wieder den Hausherren und auch der Torerfolg blieb nicht aus: Einen Freistoß des eingewechselten Castro köpfte Friedrich vor das Tor, von wo Rapids Terrence Boyd den Ball vor die Füße von Schürrle lenkte. Der Nationalspieler zog volley ab und überwand Torhüter Lukas Königshofer mit einem Aufsetzer. Für die endgültige Entscheidung sorgte Friedrich per Kopf nach Eckball von Castro und Vorlage von Ömer Toprak.
Hannover 96 überwintert dank Matchwinner Szabolcs Huszti zum zweiten Mal in Serie in der Europa League. Der Ungar rettete mit seinem Elfmeter-Tor in der 90. Minute einen letztlich glücklichen 3:2 (1:0)-Heimerfolg gegen Helsingborgs IF. Mame Diouf (3. Minute/49.) hatte die Niedersachsen vor 33.200 Zuschauern zuvor schon 2:0 in Führung gebracht, ehe Nikola Djurdjic (59.) und Alejandro Bedoya (67.) es noch einmal spannend machten. Hannover behauptete mit dem dritten Sieg im vierten Spiel die Tabellenführung in Gruppe L und steht damit sicher in der Zwischenrunde.
Die Entscheidung fiel kurz vor dem Ende, als Peter Larsson den eingewechselten Artur Sobiech im Strafraum bremste. Larsson sah Rot wegen einer Notbremse, Teamkollege Walid Atta musste wegen unsportlichen Verhaltens ebenfalls vom Platz. Dann versenkte Huszti mit viel Glück den Strafstoß.
Wie schon beim 2:1-Krimi im Hinspiel erwischte 96 dank Diouf einen Start nach Maß. Top-Vorbereiter Huszti durfte ungestört flanken, Diouf kam völlig frei zum Kopfball - 1:0. Auch danach hatten das Team von Trainer Mirko Slomka die Partie lange im Griff, leistete sich aber insgesamt zu viele Nachlässigkeiten.
Der Höhenflug des Bundesliga-Sechsten im Europapokal hatte bei Torjäger Diouf vor der Partie noch großen Optimismus geweckt. "Wir können auch das Finale erreichen", hatte der Stürmer keck behauptet. Dafür werden sich die Niedersachsen allerdings noch deutlich steigern müssen.
Gegen die rustikale Defensive der Schweden hatte Hannover zwar viel Ballbesitz, kam aber zu selten zum Abschluss. Kurz nach dem Seitenwechsel fanden die mahnenden Worte Gehör. Nach feiner Kombination zog Stindl in den Strafraum, seine Flanke fand Diouf - und der Senegalese war erneut per Kopf treffsicher. Nun schien alles klar, doch die Freude war verfrüht.
Denn plötzlich wurde Helsingborgs mutiger. Djurdjic prüfte schon im Gegenzug Nationaltorwart Ron-Robert Zieler mit einem satten Flachschuss. Hannovers Abwehr wirkte plötzlich ungeordnet, die Gäste nutzten die sich nun bietenden Lücken. Mattias Lindström wurde am rechten Flügel nicht entscheidend gestört, seine Vorlage konnte Djurdjic völlig frei zum Anschlusstor über die Linie drücken.
Jetzt kippte die Partie völlig. Hannover hatte völlig den Faden verloren, wirkte angeknockt. Die Strafe: Bedoya nutzte die Verwirrung in der 96-Defensive nach einem Freistoß zum Ausgleich. Nun war die Partie völlig offen. Die Schweden wollten mehr und brachten die Slomka-Schützlinge immer wieder in Verlegenheit. Doch dann kam Hannover doch noch zum Sieg.