Zvjezdan Misimovic hat für den VfL Wolfsburg das Tor zum Viertelfinale der Europa League weit aufgestoßen. Durch den Treffer seines bosnischen Regisseurs in der 67. Minute erkämpfte der ersatzgeschwächte deutsche Fußball-Meister ein 1:1 (0:1) bei Rubin Kasan.
Wolfsburgs Peter Pekarik (r) spitzelt Alan Kasaev von Rubin Kazan den Ball weg.
Durch das Remis verschafften sich die Wolfsburger eine günstige Ausgangsposition für das Rückspiel am 18. März in der heimischen VW- Arena. Christian Noboa (29.) hatte den russischen Champion vor 9000 Zuschauern in Führung gebracht.
«Das 1:1 ist verdient. Wir waren am Ende dem 2:1 näher als Rubin Kasan. Die Russen hatten anfangs die bessere Einstellung zum Platz und zur Kälte. Ich hätte mir gewünscht, dass wir da besser dagegen gehalten hätten. In der zweiten Halbzeit haben wir in den Zweikämpfen besser ausgesehen», sagte VfL-Coach Lorenz-Günther Köstner.
Der VfL trotzte den Personalproblemen wie den Minustemperaturen, doch auf dem Acker des Zentralstadion fanden die Rubin-Spieler lange Zeit den besseren Halt. In einem temperamentvollen Spiel bei äußerst schwierigen Platzverhältnissen gelang es dem Bundesliga-Zehnten nur selten, sein technisch gekonntes Spiel aufzuziehen. Dafür hielt das Köstner-Team kämpferisch voll dagegen und wurde für seine Moral mit dem Ausgleichstreffer von Misimovic belohnt.
Der 27-Jährige erhielt den Ball an der Strafraumgrenze und traf aus 16 Metern in den Torwinkel. Dabei hatte Misimovic bis dahin nicht wie erhofft Regie führen können. Der Lenker des VfL-Spiels machte nach 54 Minuten mit einem strammen Schuss erstmals auf sich aufmerksam und fiel ansonsten nur bei Standardsituationen auf.
Den Spekulationen um einen Wechsel des 27-Jährigen zum Magath-Club Schalke 04 hatte Dieter Hoeneß vor dem Spiel eine klare Absage erteilt. «Für uns ist das keine Geschichte. Misimovic hat einen Vertrag bis 2013 bei uns. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen», machte der Wolfsburger Manager klar. Der Bosnier hatte mit entsprechenden Aussagen in der «Bild»-Zeitung für Unruhe im VfL-Lager gesorgt.
Auf dem unebenen Geläuf erspielten sich die «Wölfe» die erste Chance durch Edin Dzeko (10.), der aus spitzem Winkel an Sergej Ryschikow im Rubin-Tor scheiterte. Doch dann übernahmen die Russen das Kommando und gingen nach einem Wolfsburger Fehler in Führung.
Obafemi Martins, der den verletzten Grafite vertrat, ließ seinen Gegenspieler Cristian Ansaldi ungehindert flanken. Als sich in der Mitte niemand für Noboa zuständig fühlte, bedankte sich der Ecuadorianer per Kopf mit dem 1:0. Zwei Minuten später bewahrte Torhüter Marwin Hitz den VfL mit einem Reflex gegen Kasans Top- Torjäger Alexander Bucharow vor dem vorzeitigen K.o. Auf der Gegenseite versuchte Christian Gentner aus der Distanz sein Glück, scheiterte aber an Ryschikow (35.).
Im zweiten Durchgang wurde der VfL zunehmend stärker, obwohl Alexander Madlung zunächst noch das 0:2 verhindern musste. Der Abwehrspieler warf sich in der 53. Minute in einen Schuss von Hasan Kabze. Doch dann drückten Dzeko und Co. aufs Tempo. Erst scheiterte der zwölffache Bundesliga-Torschütze noch an Ryschikows Fußabwehr, dann nahm Misimovic Maß und ließ Wolfsburg jubeln.
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