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Merken   Drucken   21.07.2012, 16:24 Schriftgröße: AAA

Formel 1 in Hockenheim: Alonso hängt deutsches Trio ab

Sie fuhren stark, die deutschen Fahrer beim Qualifying zum Formel-1-Rennen in Hockenheim. Aber sie fanden ihren Meister in Fernando Alonso. Der Spanier startet von der Pole Position.
Fahrt auf die Pole Position: Fernando Alonso und sein Ferrari im ...   Fahrt auf die Pole Position: Fernando Alonso und sein Ferrari im Regen von Hockenheim

Fernando Alonso war beim Auftakt zum Formel-1-Heimrennen der Spielverderber für die starken deutschen Piloten. Mit Doppelweltmeister Sebastian Vettel auf Startplatz zwei, Rekordchampion Michael Schumacher auf drei und Nico Hülkenberg auf Position vier lauert allerdings ein einheimisches Trio beim Großen Preis von Deutschland auf den kleinsten Fehler des derzeit stark fahrenden Alonso.

Vettel kam in der spannenden Qualifikation am Samstag an den WM-Spitzenreiter aus Spanien nicht mehr heran. "Wir hätten die Geschwindigkeit gehabt, die Pole zu holen", meinte Vettel. "Es ist aber ein bisschen Lotterie bei diesen Bedingungen mit Aquaplaning." Letztlich fehlte ihm auf dem teilweise mit Pfützen übersäten Hockenheimring aber fast eine halbe Sekunde. Sein Red-Bull-Teamkollege Mark Webber wurde Dritter, der Australier wird aber wegen eines Getriebewechsels fünf Plätze zurückgestuft.

Als erster profitierte davon der siebenmalige Weltmeister Schumacher, der im entscheidenden Abschnitt der K.o.-Ausscheidung den vierten Platz belegte. Dabei wäre Schumacher um ein Haar im ersten Durchgang fast raus gewesen. Nur um 55 Tausendstelsekunden rettete sich der 91malige Grand-Prix-Gewinner in die nächste Runde. Als dann der Regen einsetzte, war Schumacher in seinem Element.

Hoffnungen auf seinen ersten Sieg seit dem 1. Oktober 2006 dämpfte der 43-Jährige aber umgehend. "Ich glaube nicht, dass wir ein großes Wort nach vorne mitreden können. Aber wer weiß, wie sich das Rennen entwickelt." Über den deutschen Dreierpack mit Vettel auf Startrang zwei, ihm selbst auf drei und Hülkenberg auf vier meinte Schumacher: "Definitiv: Das ist eine schöne Ausgangslage."

Sein Mercedes-Rivale Nico Rosberg hätte sich dort auch gern noch eingereiht. Doch schon nach dem zweiten Qualifikationsabschnitt war für den China-Sieger und aktuellen WM-Sechsten Schluss. Platz 17, nachdem heftiger Regen eingesetzt hatte und er anfangs des Mitteldurchgangs nicht in Fahrt gekommen war. "Ich habe einfach keine Temperatur in die Reifen gekriegt", gab Rosberg zu.

Ungünstigerweise kommt hinzu, dass Rosberg wie Webber wegen eines Getriebewechsel fünf Plätze zurückmuss. Schlechter als von Rang 20 oder noch weiter hinten musste Rosberg erst vier seiner bisher 177 Rennen beginnen.

Mit den teilweise wolkenbruchartigen Regengüssen, die Erinnerungen an das Qualifying vor zwei Wochen in Silverstone weckten, hatten aber auch die Fahrer an vorderster Front zu kämpfen. "Das war kein Spaß, sicherlich nicht. Wenn das Wetter so ist, geht es ums Überleben", meinte Alonso, der sein Survival-Paket aber am besten geschnürt hatte. Der WM-Spitzenreiter, der mit 129 Punkten vor Webber (116) und Vettel (100) liegt, sicherte sich damit binnen vierzehn Tagen seine zweite Pole in dieser Saison und seine 22. insgesamt.

Dass ihm der zweite Platz nicht ganz schmeckte, war Vettel anzusehen. Als er auf dem Weg zu seiner wohl schnellsten Runde gewesen war, sei er auf seinen Teamkollegen Webber aufgefahren, erzählte Vettel in der Pk. "Es ist schwer unter diesen Bedingungen, man sieht einen nicht im Rückspiegel", meinte er. Es kostete ihn Zeit und damit womöglich die zweite Pole nach 2010 beim Heimrennen, das er noch nie gewinnen konnte. Noch bitterer war der Arbeitag allerdings für Timo Glock. Er wurde 22. und muss aus der vorletzten Reihe starten.

  • dpa, 21.07.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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