Die «schwarze Perle» wundert sich auch 31 Jahre danach noch immer über sich selbst. «Eigentlich wollte ich nur ein Jahr bleiben, aber es hat mir in Deutschland so gut gefallen, dass ich noch immer da bin», sagt Wilbert Olinde.
Wilbert Olinde in seinem Hamburger Büro.
1977 kam der mittlerweile 53 Jahre alte farbige Amerikaner aus Los Angeles nach Göttingen. Nach einem schwierigen Anfangsjahr führte er als Kapitän jene legendäre Mannschaft aus der Universitätsstadt mit Nowitzki-Entdecker Holger Geschwindner, Mike Jaekel oder Bob Peters an. Drei deutsche Meisterschaften und zwei Pokalsiege waren der Lohn für zehn Jahre Knochenarbeit, die Olinde immer mit Spaß hinter sich gebracht hat. 1983 kamen mit dem deutschen Pass einige Einsätze in der Nationalmannschaft, ehe der Deutsch-Amerikaner nach einer Krebserkrankung die Karriere 1987 beenden musste.
«Ich habe immer meiner Intuition vertraut und nie meine Zuversicht verloren», sagt er. Noch immer gehört sein Herz dem Basketball, auch wenn der große Schwarze mit dem stets fröhlichen Lachen als selbstständiger Unternehmer seit 2003 vor allem Manager und Business-Teams unter seine Fittiche nimmt. «Ich leuchte Menschen den Weg zu ihrem Gipfel. Das ist meine Mission», sagt er. Was kitschig klingt, ist ernst gemeint und bringt Erfolg. Den Job in der Geschäftsleitung einer Bank hat Olinde deshalb längst an den Nagel gehängt, um seiner Berufung nachzugehen. Im Sommer wird er an der Georg-August-Universität lehren.
Die Begeisterung und die Energie, die durch und durch positive Lebenseinstellung zeichnen den in Hamburg mit Frau und zwei Kindern lebenden Mental-Trainer aus und stecken an. «Ich bin in einer Zeit in den USA aufgewachsen als es hieß, Schwarze könnten alles erreichen. Uns war es aber klar, dass die Aussage wenig Wert hatte. Aber mit der Wahl von Barack Obama ist nicht nur der Traum von Martin Luther King Realität geworden. Vielmehr erlebt die Hoffnung für Millionen von Minderheiten eine aufregende Neugeburt. Ich spüre sogar in Deutschland gestiegene Optimismus trotz der weltweiten Finanzkrise», sagt er.
Führungskräfte, Trainer, Athleten und Teams profitieren von seiner Erfahrung. «Nicht nur Talent ist entscheidend, sondern auch die Einstellung. Es ist von enormer Bedeutung zu erkennen, wie wichtig es ist, an die Grenzen zu gehen und den Weg genießen. Motivation hat mit den inneren Beweggründen zu tun», gibt Olinde ihnen mit auf den Weg. «Meine Eltern haben mir erzählt, dass ich als Schwarzer doppelt so gut sein müsste, um eine Chance zu haben. Ich habe aber die Leidenschaft für Menschen als Erfolgsfaktor entdeckt.» Mit dem von ihm entwickelten «Inspiration Coaching» wachse das Vertrauen in die innere Stärke. «Man gewinnt an Zuversicht, Mut und Motivation.»
Im Juni 2006 hat Olinde den Basketball-A-Trainer-Schein gemacht, ist sogar Meistertrainer - mit einer Hamburger Mädchenmannschaft. Noch immer ist der Mann, den sie damals dank seiner Basketball-Künste «schwarze Perle» getauft haben, als Talentsichter für den Deutschen Basketball-Bund (DBB) unterwegs. Auch war er als Assistenztrainer der U18-Damen-Nationalmannschaft am Ball. Aus dem alltäglichen Basketball-Geschäft ist Olinde mittlerweile ausgestiegen, auch wenn immer wieder Angebote auf den Tisch flattern.
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