Für Bundestrainer Ullrich ist Doping-Thema beendet
Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich sieht nach dem Freispruch durch den Deutschen Skiverband (DSV) die Vorwürfe wegen angeblichen Dopings als beendet an.
Frank Ullrich steht 2008 am Schießstand bei den Weltcup-Wettbewerben in Ruhpolding.
Falls von der Gegenseite nicht nachgekartet werde, lasse er die Angelegenheit ruhen und spüre auch keine Rachegelüste gegen Jürgen Wirth. Der ehemaligen Oberhofer Biathlet hatte Ullrich beschuldigt, die Einnahme von Dopingmitteln angewiesen und kontrolliert zu haben. Die vom DSV eingesetzte Kommission hat dagegen festgestellt, dass Ullrich weder die Einnahme von Dopingmitteln angewiesen noch selbst welche an Athleten verabreicht und auch nicht die Einnahme überwacht beziehungsweise kontrolliert hat.
Gegenüber der in seinem Heimatort Suhl erscheinenden Tageszeitung «Freies Wort» sprach Ullrich erstmals darüber, wie stark ihn die Vorwürfe belastet haben. «Sie waren nach dem Tod meiner ersten Frau und meiner Schwester eine der schwersten Situationen in meinem Leben», schilderte der 51 Jahre alte Olympiasieger von 1980. Zudem habe er Angst um seine Familie gehabt. «Mein Vater ist 85 Jahre und meine Mutter wird bald 80. Die Vorwürfe haben sie getroffen wie ein Blitz. Auch meine Frau hat darunter sehr gelitten», sagte Ullrich. Er berichtete aber auch von sehr viel Zuspruch mit unzähligen Anrufen und Mails, für die er sich bedankte.
Er habe versucht, seinen Job durchzuziehen und die Sache nicht an die Mannschaft ranzulassen. «Meine ganze Konzentration gilt jetzt dem Sport. In einem halben Jahr stehen schließlich Olympische Spiele an. Wir wollen in Vancouver unsere Präsenz in der Weltspitze mit Medaillen dokumentieren», erklärte der Bundestrainer. Das werde knochenhart. «Der Siegeszug wie 2006 in Turin, wo wir vier von fünf Goldmedaillen gewinnen konnten, wird einmalig bleiben», relativierte er die Erwartungen.
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