Die besten deutschen Viererbob-Piloten wechseln vor dem Olympia-Winter auf neue Schlitten.
Der WM-Zweite André Lange (Oberhof) und der EM-Zweite Thomas Florschütz (Riesa) vertrauen zwar im Zweier weiter auf die erfolgreichen Schlitten aus der Berliner Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte (FES). Im Vierer werden sie im Olympia-Winter aber auf Geräte der Gebrüder Singer aus Rosenheim zurückgreifen, auf die schon bisher in Karl Angerer (Königssee) und Matthias Höpfner (Winterberg) die beiden anderen Olympia-Kandidaten vertrauten.
«Die Singer-Schlitten sind vom Niveau her auf dem neuesten Stand. Mit den Bobs haben wir Siegchancen und nicht mehr die Ungewissheit des Experimentierens. Ich bin nach meinen bisherigen Erfahrungen mit den Rosenheimern zuversichtlich, dass es bei Bedarf auch noch Alternativen gibt, wir notfalls neue Teile erproben und tauschen können», sagte André Lange, der im gleichen Atemzug aber auch die FES-Zweierbobs lobte.
Im vergangenen Winter waren Lange und Florschütz unzufrieden mit dem neuen, für Olympia 2010 in Vancouver entwickelten Berliner Bob. «Die Zeit für Experimente ist zu kurz. In sieben Monaten ist Olympia. Durch den Wechsel haben André und Thomas nun von der Technik her Gleichstand mit den Hauptkontrahenten. Nur Weltmeister Steven Holcomb benutzt ein anderes Produkt», nannte Bundestrainer Raimund Bethge einen Grund für den Bob-Wechsel. Dass die Berliner Vierer bisher nicht die hochgesteckten Erwartungen erfüllen konnten, sei schon etwas enttäuschend. «Wir wären lieber mit einem Geräte-Vorteil angetreten», meinte er. Vor gut einem Jahr hatte der frühere Weltmeister Christoph Langen nach seiner Einbindung in die Geräteentwicklung beim FES angekündigt, dass der neue Vierer absolute Weltspitze sein werde.
Für die FES bedeutet die Entscheidung der Bob-Asse eine neue Ausgangsposition. «Der Zweier wird nun absolute Priorität haben, die Entwicklung des Vierers rangiert dahinter», erklärte FES-Direktor Harald Schaale. «Das Projekt werden wir aber fortsetzen. Wir brauchen es für die Zeit nach Vancouver, wie wir auch die Zusammenarbeit mit den Singer-Brüdern benötigen», betonte BSD-Generalsekretär Thomas Schwab. Ab Saisonbeginn soll Junioren-Weltmeister Manuel Machata (Königssee) den weiterentwickelten Prototyp durch das Eislabyrint steuern. «Natürlich werden wir das aufmerksam verfolgen», kündigte der 36 Jahre alte dreimalige Olympiasieger und neunmalige Weltmeister André Lange an, der mit den Olympia-Rennen seine aktive Laufbahn beenden will.
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