"Es wäre ein richtig schlimmer Rückschlag, fast ein Verlust des sicheren Bodens unter den Füßen", räumte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) vor dem Tag der Wahrheit ein. Die Bewerbung würde zwar nicht abrupt gestoppt, falls die "NOlympia"-Fraktion gewinnen sollte, "aber politisch würde es bedeuten, dass die Mehrheit der abstimmenden Bevölkerung dagegen wäre", sagte Ude.
Knapp 21.000 Stimmberechtigte in der rund 26.000 Einwohner zählenden Marktgemeinde unterhalb Deutschlands höchsten Berg sind aufgerufen, am Muttertag ihre Kreuzchen zu machen. Vereinfacht geht es nach einem monatelangen Streit, der den Ort tief gespalten hat, um eine Frage: "Ja" oder "Nein" zu Olympia 2018?
Mehr als 5000 Briefwahl-Anträge belegen das große Interesse an dem Bürger-Votum. Beide Parteien versuchten, ihre Anhänger im Endspurt des Wahlkampfes zu mobilisieren. "Die Mehrheit, die für Olympia war, muss auch zur Abstimmung gehen. Das ist das Gebot der Stunde", sagte Ude. Betont optimistisch gibt sich Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): "Ich gehe davon aus, dass die schweigende Mehrheit eine sprechende Mehrheit wird", sagte er.