Vorbereitungen auf die olympischen Spiele vor dem "BC Place Stadium" in Vancouver
Zwei Jahre, nachdem Vancouver den Zuschlag für 2010 bekam, riefen die Kanadier deshalb eigens eine Initiative ins Leben. Getauft wurde sie auf den Namen "Own the Podium", zu Deutsch: "Das Podium gehört uns." Gefüttert wurde der nationale Masterplan mit einer für Kanada bis dato einmalig hohen Summe: 110 Mio. kanadische Dollar, rund 75 Mio. Euro, flossen für den erhofften Goldregen seit 2005 in die Wintersportbranche. Und bei der groß angelegten Aktion dürfte es nicht zuletzt um olympische Vergangenheitsbewältigung gehen. "Unsere Unterstützung", betont Sportminister Gary Lunn jedenfalls, "soll Kanada zu Stolz und Leistung animieren." Und: "Sie kann die Kanadier wieder mehr zum Sport bringen, auf höchstem Niveau genauso wie im Alltag."
Ihre Medaillenausbeute bei den letzten Winterspielen in Turin wollen die ambitionierten Gastgeber von 24 auf 35 steigern und dabei Deutschland (Bilanz von 2006: 29 Medaillen, davon elf goldene) als erfolgreichste Schneesportnation vom Sockel stoßen. Und bei den Vorbereitungen hierzu zeigten sich die Kanadier nicht zimperlich: Olympische Sportstätten wie die Abfahrtsstrecke in Whistler hüteten sie lange wie ein Heiligtum, Trainingszeiten für ausländische Top-Fahrer waren kaum vorgesehen.
Laute Klagen wegen offensichtlicher Benachteiligung folgten, etwa aus dem Mund der Skeletonfahrerin Katie Uhlaender. Die Welt sei wegen der arg limitierten Trainingsmöglichkeiten "sehr enttäuscht", teilte die 25-jährige Amerikanerin im Herbst mit und schob die Schuld daran nicht der direkten Konkurrenz in Kanada, sondern den Olympia-Organisatoren in die Schuhe. Deren Verhalten sei, so Uhlaender, "unhöflich, um es mal vorsichtig auszudrücken".