Vom 12. Februar bis zum 1. März ringen Wintersportler aus über 80 Ländern im kanadischen Schnee um Gold, Silber und Bronze. FTD.de berichtet über alle Ereignisse und Ergebnisse auf und neben den Sportstätten.
Die olympische Eisrinne:"Es gibt Reibung, es gibt Hitze, und die Haut verbrennt"
Ein Krankenwagen fuhr langsam die verschlammte Straße hinab zur Ausfahrt des Whistler Sliding Centre. Die Patientin im Erste-Hilfe-Fahrzeug war Cathleen Martini, die Zweierbob-Europameisterin, die arg zerschunden in ein Hospital zur Wundbehandlung gebracht wurde. von Gregor Derichs, Whistler
Kurz danach rollte ein Tieflader mit einem ramponierten gelb-grünen Bob vom Zielhaus des Olympia-Eiskanals weg. Es war der Schlitten "Firebolt", benannt nach Harry Potters Zauberbesen. Diese Rakete hatte Cathleen Martini vom SC Oberbärenburg aus Sachsen kaum eine halbe Stunde vorher in dem Todeskanal auf den Kopf gelegt.
Cathleen Martini und Romy Logsch rutschen kopfüber die Bahn hinunter
An der Bahn herrschte daraufhin Entsetzen. "Mir blieb die Luft weg", sagte Thomas Schwab, der Sportdirektor des deutschen Bob- und Schlittenverbands. Rettungskräfte befreiten Martini aus dem Bob, der Schock stand der 27-Jährigen ins Gesicht geschrieben.
Bei der Zweierbob-Entscheidung hatte sich Mitfavoritin Cathleen Martini im vierten und letzten Lauf im Schlitten Deutschland II um ihre noch mögliche Medaillenchance gebracht. Anschieberin Romy Logsch flog bei dem spektakulären Sturz aus dem Schlitten und rutschte, alle viere von sich gestreckt, hinter der umgestürzten Kiste her, in der Martini lag. "Wir reden von über 140 Kilometern die Stunde und hartem Eis. Das ist kein Seidentuch. Es gibt Reibung, es gibt Hitze, und die Haut verbrennt", schilderte die 28-jährige Logsch später die Folgen. Ihre Pilotin, mit der sie im Januar den EM-Titel holte, erlitt Verbrennungen am Arm und Schulter. Logsch selbst klagte über eine Prellung an der rechten Schulter und einen gebrochenen Fuß. Sie waren beide, gemessen an der ersten Aufregung über den heftigen Unfall, recht glimpflich davongekommen.
Logsch reagierte mit Galgenhumor. "Es war mein erster Sturz, jetzt bin ich eine echte Bobfahrerin", sagte sie. Und: "Wir waren im Fernsehen, da wären wir sonst nicht reingekommen." Cathleen Martini und sie wurden disqualifiziert. Umgestürzte Schlitten, zumal wenn sie nicht komplett besetzt sind, werden nicht gewertet. Der vierte Platz wurde auf diese Art frei für die Silbermedaillengewinnerin von 2002 und Olympiasiegerin von 2006, Sandra Kiriasis (RSG Hochsauerland). Einen Doppelsieg feierten die Kanadierinnen Kaillie Humphries und Heather Moyse sowie Helen Upperton und Shelley-Ann Brown vor den US-Amerikanerinnen Erin Pac und Elana Meyers.
Die Bahn war wieder extrem schnell. Nach einer unglaublichen Sturzserie im Training - 14 Unfälle allein bei den Zweierbobs der Männer sowie ein Abbruch des Viererbobtrainings am Vortag nach schweren Stürzen - wurde erstmals auch ein Wettkampf zum Schleudertrauma. Die Kanadier hatten offenbar kein Interesse, die Bahn wie beim Rodeln zu verlangsamen. Vor den deutschen Frauen stürzten am Finaltag auch die Britinnen und die Russinnen.
Was kosten die Spiele? Wie lautet das Motto? Oder welche Sportart wird erstmals ausgetragen? Die diesjährigen Winterspiele sind einzigartig - auf vielen Ebenen. FTD.de testet Ihr Wissen über die Olympischen Winterspiele in Kanada.
Wie viele Länder nehmen an den Winterspielen dieses Jahr teil?
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