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  FTD-Serie: Olympia 2010 in Vancouver

Vom 12. Februar bis zum 1. März ringen Wintersportler aus über 80 Ländern im kanadischen Schnee um Gold, Silber und Bronze. FTD.de berichtet über alle Ereignisse und Ergebnisse auf und neben den Sportstätten.

Merken   Drucken   22.02.2010, 07:55 Schriftgröße: AAA

Lange vor Florschütz: Deutsche Zweierbobteams feiern Doppel-Olympiasieg

Historischer Sieg: Im umstrittetenen Eiskanal von Whistler hat André Lange sich zum erfolgreichsten Bobpiloten gekrönt. Silber ging an Thomas Florschütz. Im Viererbob wollen die deutschen Athleten noch schneller werden. von Frank Kastner und Michael Fox
Noch im Goldschlitten umarmte Ausnahmeathlet André Lange seinen Anschieber Kevin Kuske und feierte danach ausgelassen seinen Aufstieg zum erfolgreichsten Bobpiloten. Nervenstark wie immer, ließ sich der Routinier am Sonntag (Ortszeit) im entscheidenden ZweierbobDurchgang auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Whistler nicht mehr aus der Goldspur drängen. Hinter Lange jubelten der Riesaer Thomas Florschütz und sein Bremser Richard Adjei über Silber. Dritter wurde der Russe Alexander Subkow. Der Königsseer Karl Angerer verpasste dagegen als Neunter die Medaillenränge klar. Nach seinem vierten Olympiasieg peilt der 36-jährige Oberhofer Lange nun erneut das olympische Double an.
Tolle Bilanz Die deutschen Medaillengewinner von Vancouver
Lange bescherte der deutschen Mannschaft bereits die sechste Goldmedaille bei den XXI. Olympischen Winterspielen in Vancouver. "Jetzt ist Fasching im Kopf", sagte der Thüringer, "jetzt werden wir das Ganze erst einmal genießen und eine Hopfenkaltschale zu uns nehmen." Ein Bierchen hatte sich auch Teamkollege Florschütz redlich verdient. "Wir haben unser Bestes gegeben. Wir sind zufrieden. Es war ein richtig schöner Wettkampf", sagte der Riesaer. "Sensationell!", jubelte Sportdirektor Thomas Schwab vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD). "Das hab' ich mir vorher nicht träumen lassen, dass wir im Zweier so abräumen."
Mit nagelneuen Kufen vom Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten in Berlin raste das Duo so schnell wie kein anderes Gefährt durch die umstrittene Eisrinne. Nur Lange und Florschütz durchbrachen im Zweierbob-Rennen die Schallmauer von 150 Stundenkilometern. Lange kam sogar auf 151 km/h - im Vierer soll es noch schneller zur Sache gehen. Vor dem Start gab es etwas Aufregung, weil die Materialkommission des Weltverbandes FIBT die neuen Kufen bei der Abnahme zunächst falsch vermessen hatte.
Unbeeindruckt von der Sturzserie der vergangenen Tage übernahm der deutsche Fahnenträger Lange zur Halbzeit die Führung, nachdem Florschütz im ersten Lauf Bahnrekord gefahren war. Im dritten Durchgang egalisierte Lange diesen und setzte sich weiter von Florschütz ab. "Das war der schlimmste Lauf", sagte Kuske erleichtert. Und Adjei gab zu: "Wir haben den dritten Start etwas verkackt."
Auf Drängen von Sportdirektor Schwab, der nun schon neun Medaillen im Eiskanal verbuchen konnte, wurde das Eis in der berüchtigten "Fifty-Fifty"-Kurve abermals nachgebessert. Am zweiten Wettkampftag gab es daher keine Stürze mehr. Einige Piloten hatten nach insgesamt 14 Trainingsstürzen und dem tödlichen Unfall des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili die Ereignisse zum Start am Samstag immer noch im Hinterkopf, als sie ihre 390 Kilogramm schweren Zweierbobs bei mehr als 20 Prozent Gefälle in die schnellste Eisrinne der Welt schoben. Mitfavorit Lyndon Rush (Kanada) musste seine Medaillenhoffnungen nach einem Sturz im zweiten Durchgang begraben.
Das Teilnehmerfeld wurde bereits vor dem Start dezimiert: Denn selbst Piloten wie der Schweizer Europameister und Mitfavorit Beat Hefti hatten den Kampf gegen die schwierige Passage zwischen Kurve 11 und 14 schon zum Trainingsauftakt verloren. Wegen einer Gehirnerschütterung sagten Hefti und sein gestürzter Landsmann Daniel Schmid ihren Start auf der 1450 Meter langen Piste ab.
  • dpa, 22.02.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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