Vom 12. Februar bis zum 1. März ringen Wintersportler aus über 80 Ländern im kanadischen Schnee um Gold, Silber und Bronze. FTD.de berichtet über alle Ereignisse und Ergebnisse auf und neben den Sportstätten.
Olympia-Premiere:Schweizer gewinnt erste Goldmedaille im Skicross
Mit spektakulären Überholmanövern und atemberaubenden Sprüngen haben die Skicrosser begeistert. Michael Schmid war im Finale als erster im Ziel. Der deutsche Starter schied im Achtelfinale aus. von Andreas Schirmer
Die Skicrosses sind mit ihren abenteuerlichen Fahrten gleich bei ihrer Olympia-Premiere zu einem Hit der Spiele in Vancouver geworden. "Skicross hat sicher eine Zukunft. Das wird auch das Internationale Olympische Komitee genauso positiv werten", sagte der deutsche Teamchef Wolfgang Maier nach dem Debüt am Cypress Mountain. Simon Stickl aus Bad Wiessee schrieb zwar als Nummer eins der 33 Starter Olympia-Geschichte, musste aber seinen Traum von einer Medaille und einer besseren PR für die Fun-Disziplin als Dritter im Achtelfinale begraben. "Es hängt nicht alles von einem Rennen ab, auch wenn die ganze Welt zugeschaut hat", sagte er. "Die nächsten Spiele gehören mir."
Skicross: Spektakuläre Sprünge und verrückte Überholmanöver
Nicht einverstanden war Maier, der als deutscher Alpin-Chef auch die Skicrosser betreut, mit dem schnellen Aus für Stickl. Der gestürzte Norweger Anders Rekdal hatte Stickl beim zweitletzten Sprung ins Straucheln und um den Einzug insViertelfinale gebracht. "Da muss man nachbessern. Ich kann das Ausscheiden nicht verstehen, weil ihm jemand vor die Füße gefallen ist", kritisierte Maier, "das hat mit Fairness nichts zu tun." Mit zunehmender Bedeutung dieses Sports müsste es neue Regeln für die Sicherheit geben. "Es war jetzt das erste Mal, aber wenn es um Geld, Ruhm und Ehre geht, dann sieht es schon anders aus", erwartet er.
Für den 22-jährigen Sportsoldaten Stickl hingegen sind diese Schikanen, Ruppig- und Unabwägbarkeiten bei den Rennen im Vier-Fahrer-Pulk das Salz in der Suppe. "Das setzt viel Adrenalin frei, macht Riesenspaß", sagte Stickl, der als erster Deutscher ein Weltcup-Rennen gewann und dem Skicross als Ex-Alpiner verfallen ist. "Wenn Du damit anfängst, kannst Du nicht mehr aufhören." Trotz seines mageren 19. Platzes ist er überzeugt, dass die Fun-Disziplin einen Schub bekommt: "Es war ein Hammer und es hat so spektakuläre Bilder gegeben, dass die Deutschen merken, was für eine interessante Sportart es ist."
Auch "Oldie" Martin Fiala, 31. im Endklassement, glaubt an die Initialzündung für Skicross. "Ich hoffe nun, dass die Medien darauf aufmerksam werden, die Verbände aufwachen. Sie müssen alle sagen: Das ist ein Knaller", sagte der 42-jährige Unternehmer aus Obermaiselstein. Für den früheren Abfahrtsläufer, der seine erste Karriere 1995 beendete, ist das Abenteuer Skicross zu Ende gegangen. "Auch, wenn ich mir hier mehr gewünscht hätte. Es hat sich gelohnt, weil ich eigentlich gedacht hatte, nie wieder Rennen zu fahren", sagte er. "Für mich war wie eine Verjüngungskur. Ich durfte noch einmal als Athlet denken, leben und atmen."
Nach einer kurzen Verschnaufpause werden an diesem Dienstag (19.30 Uhr MEZ) die deutschen Skicross-Damen Julia Manhard, Anna Wörner und Heidi Zacher ihr Glück beim Gerangel auf der 1144 Meter langen Piste mit 16 Sprüngen versuchen. "Wir sind alle ein Team. Sie müssen es nun rausreißen", hofft Stickl auf Frauen-Power made in Germany.
Das Erfolgsrezept lieferte dem Trio der erste Skicross-Olympiasieger der Geschichte: "Es ist immer einfacher, vorne zu sein, als hinterher zu fahren", sagte der Schweizer Michael Schmid. Ein weiterer Tipp kam von dem Österreicher Andreas Matt, der als Zweiter vor Audun Groenvold aus Norwegen ins Ziel kam: "Ich wusste, dass Mike sehr schnell ist, da habe ich mich einfach rangeklemmt."
Was kosten die Spiele? Wie lautet das Motto? Oder welche Sportart wird erstmals ausgetragen? Die diesjährigen Winterspiele sind einzigartig - auf vielen Ebenen. FTD.de testet Ihr Wissen über die Olympischen Winterspiele in Kanada.
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