Vom 12. Februar bis zum 1. März ringen Wintersportler aus über 80 Ländern im kanadischen Schnee um Gold, Silber und Bronze. FTD.de berichtet über alle Ereignisse und Ergebnisse auf und neben den Sportstätten.
Olympia-Qualifikation:WM-Silber für Snowboarderin Amelie Kober
Die Jagd von Snowboarderin Amelie Kober auf den Weltmeistertitel hatte kurz vor dem Ziel ein jähes Ende genommen. Nur wenige Minuten später fand die Olympia-Zweite nach dem Gewinn der Silbermedaille ihr sympathisches Lachen wieder.
"Die Freude überwiegt auf jeden Fall. Es ist supergeil, ich bin 19 Jahre alt und bin Vize-Weltmeisterin. Das ist der Hammer", sagte die Miesbacherin nach ihrem zweiten Platz im Parallel-Riesenslalom bei der WM im schweizerischen Arosa. Die Goldmedaille schon vor Augen brachte sie ein Ausrutscher im entscheidenden Finallauf um den ganz großen Coup, sicherte den deutschen Snowboardern aber die erste WM-Medaille seit vier Jahren.
Amelie Kober, Jekaterina Tudigeschewa und Fränzi Kohli (v.l.n.r.) auf dem Podest.
Wie schon vor elf Monaten bei ihrem Überraschungssilber in Turin verpasste Kober trotz ihrer Nervenstärke wieder im Finale wegen eines Missgeschicks Gold. Den ganzen Wettkampftag hatte Kober vor den Augen ihrer Eltern die Konkurrenz fast nach Belieben dominiert, zunächst auch im Finale. Mit 1,44 Sekunden Vorsprung auf die spätere Weltmeisterin Jekaterina Tudigeschewa aus Russland war die zweimalige Junioren-Weltmeisterin Kober in den entscheidenden Lauf gegangen - und dort passierte dann das Malheur.
"Wie kann man so viel Glück haben wie die Russin?", sagte Sportdirektor Timm Stade über Tudigeschewa und sank enttäuscht in den Schnee. Die Russin war bereits in den Runden zuvor glücklich weitergekommen und profitierte auch diesmal vom Pech einer Rivalin. "Dennoch ist Platz zwei ein Riesenerfolg für uns", sagte Stade.
Der Herren-Titel geht nach Slowenien
Im nicht-olympischen Parallelslalom hat Kober eine weitere Medaillenchance. Nach dem Edelmetall kann sie befreiter an die nächste Aufgabe gehen, denn die Tage von Arosa waren für das Aushängeschild der deutschen Snowboarder eine harte Nervenprobe. "Ich war unglaublich aufgeregt vor dem ersten Qualifikationslauf und war froh, als er vorbei war", sagte Kober. Sie trug schwer an der Favoritenbürde auf der welligen Strecke, neben der im Schnee auch braune Stellen zu erblicken waren.
Als Kober am Ende eines nervenaufreibenden WM-Tages freudestrahlend im Zielraum Freunde und Familie herzte, hatte sich auch die erste Enttäuschung bei Teamkollegin Isabella Laböck gelegt. Die 20-Jährige aus Prien stürzte klar in Führung liegend im Achtelfinale, schied aus und vergoss danach einige Tränen. "Wenn ich mich nicht ärgern würde, wäre ich keine richtige Sportlerin", sagte Laböck nach dem ärgerlichen elften Rang auf dem Weisshorn.
Selina Jörg aus Sonthofen war bereits in der Qualifikation gescheitert, ebenso wie Patrick Bussler und Alex Deubl aus Lenggries. Bei den Herren ging der Titel an den Slowenen Rok Flander vor dem Schweizer Olympiasieger Philipp Schoch.
Was kosten die Spiele? Wie lautet das Motto? Oder welche Sportart wird erstmals ausgetragen? Die diesjährigen Winterspiele sind einzigartig - auf vielen Ebenen. FTD.de testet Ihr Wissen über die Olympischen Winterspiele in Kanada.
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