Vom 12. Februar bis zum 1. März ringen Wintersportler aus über 80 Ländern im kanadischen Schnee um Gold, Silber und Bronze. FTD.de berichtet über alle Ereignisse und Ergebnisse auf und neben den Sportstätten.
Snowboarden:White degradiert Konkurrenz bei Goldshow in der Halfpipe
Spektakuläre Sprünge und immer neue Kunststücke: In der Halfpipe macht Shaun White niemand etwas vor. Obwohl der Topfavorit zunächst nur einen Sicherheitslauf zeigte, war ihm der Olympiasieg schon nicht mehr zu nehmen. Die Konkurrenz stürzte reihenweise.
Der Superstar der Halfpipe hat bei seiner Show die Konkurrenz erneut zu Statisten degradiert: Shaun White wiederholte mit spektakulären Sprüngen seinen Olympiasieg von 2006. Der 23-Jährige aus den USA setzte sich am Mittwochabend (Ortszeit) am Cypress Mountain überlegen durch. Er erhielt für seine spektakuläre Sprünge 48,4 Punkte und lag damit deutlich vor dem Finnen Peetu Piiroinen (45,0). Bronze ging an Scott Lago (USA/42,8). Christophe Schmidt aus Miesbach war in der Vorrunde ausgeschieden.
Unter Flutlicht nutzte der Topfavorit seine große Bühne, kein Konkurrent konnte aus seinem Schatten treten. Der Multimillionär konnte es sich leisten, im ersten Durchgang einen Sicherheitslauf mit nur einem Double Cork (Doppel-Salto mit mehreren Schrauben) zu zeigen. Doch selbst das reichte. Im zweiten Lauf bot White den Fans dann die große Show.
Spektakuläre Sprünge in der Halfpipe: Shaun White
In der Qualifikation am Vormittag bei strahlendem Sonnenschein hatte White für seinen ersten Durchgang bereits 45,8 Punkte erhalten. Bei seinem zweiten Auftritt landete er nach dem Double Cork allerdings auf dem Hosenboden. "45 von 50 Punkten ist nicht schlecht", sagte White. "Aber den Lauf danach kann man wegwerfen."
Der einzige deutsche Teilnehmer konnte das Finale nur noch als Zuschauer betrachten. Der Olympia-Achte von Turin stürzte im ersten Lauf der Qualifikation. 32,3 Punkte für den zweiten Lauf und Platz 20 reichten nicht für das Halbfinale. "Das war nicht optimal", räumte Schmidt ein. "Um bei so einem Contest weiterzukommen, muss man eben sehr viel riskieren." Viele Fahrer stürzten, wofür einige weniger ihre risikoreichen Sprünge als den Zustand der Halfpipe verantwortlich machten. "Die Pipe ist grausig", beklagte sich Louie Vito über die Wettkampfbedingungen. "Die Pipe ist super", sagte hingegen Schmidt.
Die "fliegende Tomate", wie der 23-jährige White wegen seiner roten Mähne genannt wird, beherrscht die Szene seit Jahren mit immer neuen Kunststücken. Die Tageszeitung "Vancouver Sun" hatte das Spektakel in der 160 Meter langen und 19 Meter hohen Eisröhre angekündigt als "das heißeste Event, seit Pamela Anderson die Stadt verlassen hat".
Das Pin-Up-Girl hatte einst ihre Karriere in der Werbebranche in Vancouver begonnen und hätte damals ihre helle Freude an White gehabt: Der Amerikaner genießt in der Snowboard-Szene Kultstatus und ist nach Angaben des Wirtschaftsmagazins "Forbes" mit 8 Mio. $ Jahreseinkommen der Topverdiener der Winterspiele.
White besitzt sogar eine 500.000 Euro teure Halfpipe in den Rocky Mountains. Zum Training fliegt er mit dem Helikopter. In Deutschland hingegen gibt es keine einzige Eisröhre. Das sei ein "Missstand" und "großer Nachteil" für die deutschen Snowboarder, kritisierte Schmidt.
Was kosten die Spiele? Wie lautet das Motto? Oder welche Sportart wird erstmals ausgetragen? Die diesjährigen Winterspiele sind einzigartig - auf vielen Ebenen. FTD.de testet Ihr Wissen über die Olympischen Winterspiele in Kanada.
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