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30. Olympische Spiele London 2012
Merken   Drucken   02.08.2012, 17:17 Schriftgröße: AAA

Olympia 2012: Judoka Peters erkämpft Bronze

Dritter Streich im Judo: Nach Silber für Ole Bischof und Kerstin Thile holt Dimitri Peters die nächste Medaille für die deutschen Mattenkämpfer. Er gewinnt Bronze durch Ippon.
© Bild: 2012 AFP/JOHANNES EISELE
Dritter Streich im Judo: Nach Silber für Ole Bischof und Kerstin Thile holt Dimitri Peters die nächste Medaille für die deutschen Mattenkämpfer. Er gewinnt Bronze durch Ippon.

Dimitri Peters legte am Donnerstag in London einen beeindruckenden Wettkampf hin und krönte diesen mit dem Sieg im Kampf gegen den Usbeken Ramziddin Sayidov um Bronze. "Dima ist ein perfekter Kämpfer", sagte Präsident Peter Frese vom Deutschen Judo-Bund (DJB) über seinen Schützling. "Er hat so oft unter Wert verloren. Aber heute war er richtig stark."

Im Kampf um Platz drei gewann Peters vorzeitig durch Ippon. Auf den Schultern des Bundestrainers wurde er anschließend als Held durch die Arena getragen. "Ich bin wahnsinnig glücklich. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen", sagte Peters direkt nach seinem Sieg.

Nur ein Mann war im olympischen Wettkampf für den zweifachen Vater, der als Kind aus Russland nach Deutschland gekommen war, zu stark gewesen: Vor dem zuschauenden Präsidenten Wladimir Putin unterlag er im Halbfinale dem russischen Weltmeister Tagir Chajbulajew - allerdings nur durch Kampfrichter-Entscheid nach Verlängerung.

Peters wollte "mit einem guten Ergebnis von der Matte gehen", wie er vor seinem Olympia-Debüt recht bescheiden gesagte hatte. Auf der Matte war dann von Zurückhaltung nichts mehr zu sehen: Erst räumte der bullige Athlet in seinem Auftaktkampf den israelischen Altmeister Ariel Zeevi, immerhin Olympia-Dritter 2004, nach nur 42 Sekunden aus dem Weg. "Das ist eigentlich sein Problemgegner", sagte Männer-Bundestrainer Detlef Ultsch.

Im zweiten Kampf tat sich Peters, der Olympia in Peking knapp verpasst hatte, gegen den starken Letten Jevgenijs Borodavko lange schwer. Doch er ließ sich entmutigen und schlug auch diesen schließlich in der Verlängerung. "Ich habe da schon fast einen Herzkasper gehabt", sagte Ultsch. Im Pool-Finale gegen den Niederländer Henk Grol, der sich in Peking Bronze gesichert hatte, war der Bundestrainer dann restlos begeistert vom Auftritt seines Athleten. "Das war eine sensationelle Leistung", sagte Ultsch. "Er hat hier jetzt schon drei Weltklasse-Leute geschlagen."

Peters, dessen Familie den Bronze-Auftritt von daheim aus verfolgte, hatte sich die Taktik von Kerstin Thiele abgeschaut, die am Mittwoch völlig überraschend Silber gewonnen hatte. Auch der Rotenburger ging nach seinen Kämpfen wortlos an den wartenden Journalisten vorbei und konzentrierte sich lieber.

Der 28-Jährige durfte wie zuvor schon Bischof und Thiele jubeln, die eigentlich höher eingeschätzte Heide Wollert schlich dagegen mit Tränen in den Augen aus der Halle. Die Olympia-Siebte von Peking, die durchaus mit einer Medaille geliebäugelt hatten, verlor in der Klasse bis 78 Kilogramm gleich ihren ersten Kampf gegen Daria Pogorzelec und war völlig konsterniert. "Ein Fehler - und dann war es schon vorbei", sagte die Leipzigerin.

Drei Medaillen haben die so schleppend in die Sommerspiele gestarteten deutschen Judokas nun bereits vor dem letzten Wettkampftag am Freitag geholt - eine wahrlich starke Ausbeute. Und zum Abschluss kommt noch der vermeintlich stärkste Trumpf: Schwergewichtler Andreas Tölzer. "Er kämpft um den Olympiasieg", sagte Bundestrainer Ultsch.

  • dpa, 02.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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