Ein Bronze-Gewinner ist dank seiner Olympia-Medaille in eine Sportstätte hineingekommen, nachdem die Sicherheitsleute ihn auf dem Identifikationsfoto nicht erkannt hatten. Der australische Ruderer Chris Morgan wurde von Sicherheitsleuten im Excel Centre gestoppt. Als er seine Bronze-Medaille aus der Tasche zog, und sagte "Wie wäre das als ID?", wurde er durchgelassen. Er habe sich gedacht, dass das ID-Foto Schwierigkeiten bereiten könnte, sagte Morgan. Sein Gesicht sei viel behaarter gewesen, als das Bild gemacht wurde.
Manche Schwimmer haben bei den Olympischen Spielen zwei Badekappen getragen. Warum? Die einfache Erklärung: Damit bleiben die Schwimmbrillen, wo sie sein sollen. "So wird sichergestellt, dass die Schwimmbrille nicht verrutscht. Und wenn sie verrutscht, dass man sie nicht ganz verliert", erklärte die frühere Olympia-Medaillen-Gewinnerin Sharron Davies der BBC. "Das wird schon eine Weile von manchen Schwimmern so gemacht, aber jetzt scheint das jeder zu tun", sagte sie weiter.
Ein Sportfan hat sein verlorenes Olympia-Ticket dank einem ehrlichen Finder und Twitter wieder gefunden. Laut "Evening Standard" bemerkte der 33-Jährige auf dem Weg zum Olympia-Stadion, dass er das Ticket nicht mehr hatte. Im Internet fand er einen Hinweis auf einen Twitter-Eintrag: "Hat jemand ein Olympia-Ticket verloren, ich habe eins gefunden." Wenige Stunden später war der junge Mann wieder im Besitz seines Tickets. "Ich war sehr dankbar. Jemand hätte das Ticket einfach für sich selber brauchen können", sagte er der Zeitung.
Goldmedaillen-Gewinnerin Jessica Ennis will ihren Erfolg mit dem Buch "Fifty Shades of Grey" feiern. Sie möchte den Erotikroman endlich lesen, wie sie dem "Evening Standard" verriet. Eigentlich wollte die 26-jährige Siebenkämpferin das schon vor Olympia tun, befürchtete aber, dass es sie zu sehr ablenken würde. "Ich nehme mir ein paar Wochen Auszeit. Irgendwo an einem Strand. Ich möchte nichts tun, außer lesen. Ich werde 'Fifty Shades of Grey' lesen. Alle meine Freunde lesen es und jeder, mit dem ich rede. Also werde ich mir alle drei Bücher kaufen und sie in meinen Ferien lesen", sagte sie.
Schrecksekunde für die dreifachen Beachvolleyball-Olympiasieger Kerri Walsh und Misty May-Treanor. Beim Interview-Marathon nach dem Finalsieg war der Andrang unter den Reportern zu groß - und der Boden in der Mixed-Zone gab nach. Einige Holzplatten im Stadion an der Horse Guards Parade sackten rund 40 Zentimeter nach unten, die Absperrung zwischen Journalisten und Sportlern kippte weg. Ein Fernseher schwankte zudem bedrohlich, verletzt wurde aber niemand - und Walsh/May-Treanor nutzten die Gelegenheit zur Flucht vor weiteren Fragen.
Das Leben im olympischen Dorf fühlt sich nach Ansicht von Turnerin und Goldmedaillengewinnerin Gabrielle Douglas wie das in der Highschool an. "Wir treffen lauter Athleten aus allen möglichen Ländern", sagte die 16-jährige US-Amerikanerin. "Aber wenn uns die besonders beliebten Leute zu sich an den Tisch einladen, dann gehen wir sofort dahin." Das Essen sei super, und die Zimmergröße sei auch in Ordnung. Besonders in Erinnerung werde ihr der Moment bleiben, als sie Prinz Williams Frau Kate begegnete. "Sie kam einfach zu uns und hat ganz locker mit uns gesprochen. Ziemlich cool."
Die olympische Gold-Schwimmerin Ruta Meilutyte kann sich über eine Einladung von Pop-Diva Lady Gaga zu deren Konzert in Vilnius am 21. August freuen. Zudem soll sie am Freitag mit dem Großen Verdienstkreuz des baltischen EU-Landes ausgezeichnet werden. Die jüngste Olympiasiegerin seit 1972 wurde am Mittwoch Abend begeistert in ihrer Heimat empfangen und gefeiert. "Ich kann es nicht glauben, dass so viele Leute gekommen sind. Ich fühle mich wie im Traum", sagte Meilutyte nach Angaben lokaler Medien.
Der sechsjährige Sohn des britischen Premierministers David Cameron möchte seinen Nachnamen ändern, um wie sein Olympia-Held Bradley Wiggins zu heißen. Laut der Pendlerzeitung "Metro" vom Donnerstag sind Camerons Kinder riesige Olympia-Fans. "Sie haben Olympia-T-Shirts entworfen, mein Sohn möchte gerne mit Nachnamen Wiggins heißen, und meine Tochter macht Gymnastikübungen auf dem Küchenboden", sagte er der Zeitung.
Ein Mann aus Birmingham hat sich ein Stück Olympia-Geschichte gesichert: Er hat die Rennschuhe, die Usain Bolt im 100-Meter-Finale getragen hat, ergattert und signieren lassen. Laut der BBC will der 48-jährige Sammler nicht verraten, wie viel die Schuhe gekostet haben: "Ich sage nicht, was ich dafür bezahlt habe, aber es war das Geld wert. Ich bin sehr zufrieden, dass ich sie habe."
Kinder und Lehrer der einstigen Grundschule von Usain Bolt in Trelawny auf Jamaika mussten sich um batteriebetriebene Radios versammeln, um seinen 100-Meter-Sieg mitzubekommen. Das schreibt die Zeitung "The Daily Mail". Die Fernseher hätten nicht funktioniert, weil zuvor der Strom ausgefallen sei.
Sie sehen nicht aus wie richtige Medaillen-Gewinner, die beiden Hunde von Tennis-Star Andy Murray, wirken aber trotzdem süß mit Gold und Silber um den Hals. Auf Twitter veröffentlichte Murrays Freundin, die 24-jährige Kim Sears, einen Schnappschuss von Rusty und Maggie May, die die Medaillen als Halsband tragen. Murray gewann im Herren-Finale gegen Roger Federer Einzel-Gold, im Mixed Silber.
Ein Putzmann hat einer unglücklichen Frau und deren Sohn geholfen, ihre verlorenen Olympia-Tickets wiederzufinden. Die beiden waren auf dem Weg in den Olympia-Park und vermuteten, sie hätten die Karten zusammen mit Abfall im Zug liegen gelassen. Ein 42-jähriger Putzmann suchte allen Müll durch und fand die wertvollen Tickets. Weil er sich besonders angestrengt hatte, bekam der Mann für den Einsatz eine spezielle Auszeichnung seiner Firma.
Zur Halbzeit der Olympischen Spiele haben sich bauliche Schwachstellen am Velodrom gezeigt: Nach heftigem Regen tropfte es am Sonntag aus mehreren Löchern im Dach in die Bahnradhalle. Die Holzpiste selber war zunächst nicht betroffen. Nasse Stellen wurden unter anderem in Mannschaftsräumen entdeckt, berichtete die "Press Association". Vom Organisationskomitee LOCOG hieß es, die Wettkämpfe seien nicht beeinträchtigt. Es handle sich um kleinere Löcher. "Es wird leicht zu reparieren sein", hieß es in einer Mitteilung. Das Dach des Velodroms ist so konstruiert, dass dort Regenwasser gesammelt wird, um beim Wasserverbrauch insgesamt zu sparen.
Trotz eines enormen Größenunterschieds von fast zwanzig Zentimetern ließ ein Olympia-Ordner nicht mit sich diskutieren: Der Sicherheitsmann stellte sich Wladimir Klitschko mutig in den Weg. Ohne Akkreditierung durfte der Hüne aus der Ukraine nicht auf die Athletentribüne des olympischen Springreiterstadions im Greenwich Park. "Sorry" - auch für berühmte Sportler gibt es keine Ausnahme.
Der Boxer nahm es gelassen, während ein ukrainischer Funktionär noch zu diskutieren versuchte. Klitschko ging fröhlich lächelnd zum nächsten Eingang und marschierte mit einer ganz gewöhnlichen Eintrittskarte auf die Zuschauertribüne, um den ukrainischen Springreitern zuzuschauen. "Es macht Spaß hier", sagte der Boxer. "Es ist hier wie im Fußballstadion."
Schlechte Betten und keine Tickets - die Olympia-Soldaten der britischen Armee, kurzfristig zu Tausenden als Notnagel für fehlende private Sicherheitskräfte eingesprungen, sind sauer. Sie müssen auf Feldbetten schlafen, sich in Plastikschüsseln waschen und auf übelriechenden Camping-Toiletten ihre Notdurft verrichten, klagten viele am Freitag bei einem Besuch von Londons Bürgermeister Boris Johnson in einer der provisorischen Unterkünfte. "Um ehrlich zu sein - mir gefällt es hier nicht", sagte einer der Soldaten. "Es ist furchtbar."
Für die Einheiten, die nicht einer bestimmten Sportstätte zugeordnet sind, sondern als Reservekräfte im Hintergrund bereitstehen, kommt noch der Faktor Langeweile hinzu. Außerdem hätten sie keine Chance, an Olympia-Tickets zu kommen, um sich wenigstens bei einem der Wettbewerbe die Zeit zu vertreiben. Als Johnson eine Gruppe Soldaten fragte, ob sie Spaß hätten, rollten diese nur mit den Augen.
Chris Paul freute sich wie ein kleines Kind: Der Basketball-Superstar von den Los Angeles Clippers nutzte den freien Tag zwischen den beiden Late-Night-Spielen gegen Tunesien und Nigeria zu einem Besuch im Legoland. "Ich und die Queen", twitterte der Point Guard zu einem Foto, das ihn mit dem britischen Staatsoberhaupt aus Legosteinen zeigte.
Auch seine Teamkollegen verkriechen sich nicht auf den Hotelzimmern in London. Zwar wohnen die NBA-Profis nicht im olympische Dorf, sondern in einer Nobelherberge im Herzen der Millionen-Metropole. Dennoch stürzen sie sich ins olympische Getümmel, versuchen sich so normal wie möglich zu geben. "Es sind ja bereits meine dritten Spiele, und es macht einfach immer wieder Spaß", sagte LeBron James.
Damit hatte Michael Phelps nicht gerechnet. Nachdem US-Präsident Barack Obama dem mit insgesamt 19 Medaillen und 15 Siegen erfolgreichsten Olympioniken bereits per Twitter gratuliert hatte, bekam der Ausnahmeschwimmer am Becken des Aquatics Centres ein Handy gereicht. "Eine Stimme sagte 'Michael' - ich: Ja? 'Bitte bleiben Sie dran für den Präsidenten der Vereinigten Staaten.' Ich dachte nur: Wow!", sagte Phelps am Donnerstag in London. "Das war ziemlich cool." Obama habe ihm versichert, dass Land stehe hinter ihm und sei stolz auf seine Vorstellungen. Dann habe der Präsident gesagt, Phelps solle seiner Mutter ausrichten, dass er "Hi" gesagt habe. Debbie Phelps hatte den als Kind hyperaktiven Michael und seine beiden Schwestern allein großgezogen. Sie fiebert bei jedem seiner Wettkämpfe auf der Tribüne mit.
Bald schon können Kanufans sich selbst wie Olympioniken fühlen: Die Kanuslalom-Strecke wird als erste Sportstätte der Olympischen Spiele für die öffentliche Nutzung freigegeben. Der künstliche Kanal im Lee Valley Regional Park wird bereits am 8. September, also nur 33 Tage nach den letzten beiden Entscheidungen, wiedereröffnet. Auf dem Wildwasser-Kanal sollen künftig sowohl Kanu- als auch Schlauchbootfahrten möglich sein.
Durch den Kanal werden pro Sekunde 13.000 Liter Wasser gepumpt. Dies reicht aus, um 75 Badewannen zu füllen."Es ist fantastisch, dass jedermann die Chance bekommt, nur vier Wochen nach den Weltklasse-Athleten die gleichen Stromschnellen anzugehen", so Olympia-Chef Sebastian Coe.
Ob es frisch gewaschen oder schon benutzt und mit Schweiß vollgesogen war, ist nicht bekannt: Ein Dieb hat ein Trainingsoutfit von Tour de France-Sieger Bradley Wiggins aus dessen Hotel mitgenommen. Die offizielle Olympia-Kleidung sei gestohlen worden, während Wiggins im Fitness- und Wellness-Bereich war, schrieb der 32 Jahre alte Rad-Star beim Internetdienst Twitter. Er habe es am Sonntag unbeaufsichtigt im Umkleideraum der Männer liegen lassen, als er in der Dusche und Sauna war. Das "Radfieber" breite sich offenbar aus, hieß es seitens des Hotels: "Es scheint, ein überbegeisterter Fan hat sich ein fantastisches Olympia-Souvenir gesichert."
Nordkoreas Fußballerinnen fehlte bei ihrem Olympia-Auftritt jede Unterstützung von Fans aus der Heimat. Auf einen Anhänger konnten sich die Asiatinnen aber verlassen. Der britische Rentner David Greenhough zeigte sich auch beim Spiel gegen die USA am Dienstag in Manchester stolz mit der Fahne des kommunistischen Landes. Der Historiker ist bekennender Marxist.
"Es gibt 22 Millionen Nordkoreaner und sie sind nicht alle wie Kim Jong-il, sie gehören nicht alle zur 'Achse des Bösen'", sagte er. Seine Nordkorea-Fahne hat Greenborough schon viele Jahre. "Es gibt eine große Tradition in Nordengland, Nordkorea zu unterstützen", sagte der 70-Jährige. Bei der WM 1966 hatten die Asiaten in Middleshough sensationell Italien 1:0 bezwungen.
Der geheime Stricker hat wieder zugeschlagen: Zu Ehren der Olympischen Spiele hat ein anonymer Guerilla-Stricker im nordostenglischen Saltburn Athleten und Athletinnen in Wolle verewigt, schreibt der "Evening Standard". Die wollenen Figürchen seien entlang des Piers in Saltburn aufgetaucht. Zu sehen im Miniformat sind Synchronschwimmerinnnen, Schwimmer und eine faule Fan, der die Wettkämpfe im Fernsehen guckt. Ob ein einzelner oder eine ganze Strickgruppe dahinter steckt, ist nicht geklärt. Es tauchten schon öfter Strickpüppchen auf.
Splitter der vergangenen Woche