Es sollte der Höhepunkt des schier unendlichen Zweikampfes werden, doch vor ihrem Olympia-Rennen liegt ein Schatten auf dem Gold-Duell der deutschen Top-Rodlerinnen Tatjana Hüfner und Natalie Geisenberger.
Tatjana Hüfner fährt durch den Eiskanal in Whistler.
«Wenn man dran denkt, kommt Angst auf. Die darf nicht mitfahren», sagte die zweimalige Weltmeisterin Hüfner mit Blick auf das tödliche Drama um den verunglückten Georgier Nodar Kumaritaschwili. Gemeinsam hatten die beiden dominierenden Fahrerinnen des Winters bei der Eröffnungsfeier in Vancouver Abstand von dem schrecklichen Geschehen gesucht. Im rennen kämpft dann jede für sich - und darum, dass die deutschen Frauen zum vierten Mal in Serie Olympia-Gold einfahren. Daran ändert auch die auf 953 Meter verkürzte Bahn nichts.
«Theoretisch müssten sie es unter sich ausmachen. Aber sie sind keine Maschinen», beschreibt die zweimalige Olympiasiegerin Sylke Otto die Gold-Chancen ihrer Nachfolgerinnen. In allen Weltcup-Rennen stand im Olympia-Winter entweder Gesamtsiegerin Hüfner oder die junge Miesbacherin ganz oben - der Konkurrenz blieb nur Staunen. Als kleinen Vorteil für Hüfner sieht Otto, dass die Oberwiesenthalerin bei ihrem Bronze-Gewinn 2006 schon einmal Olympia-Luft schnuppern konnte - und auch mit der Nacht zwischen den Renntagen vertraut ist. «Ich weiß nicht, ob ich überhaupt ein Auge zumachen kann», gestand Vize-Weltmeisterin Geisenberger vor der Olympia-Reise. Ihr Pluspunkt: Sie gewann vor einem Jahr mit dem Weltcup in Whistler klar die Generalprobe für die Winterspiele.
Nur Gold zählt für die beiden Deutschen. Doch anders als bei den Bob-Frauen geht das Duell harmonisch über die Bühne. «Es gibt keinen Zickenkrieg, es gibt keine Spannungen», sagt Bundestrainer Norbert Loch. «Wir sind und werden zwar bestimmt nie die besten Freundinnen», sagt die 26 Jahre alte Hüfner. «Aber wir respektieren uns und können uns in die Augen schauen. Ich sehe Wettkämpfe nie als eine persönliche Auseinandersetzung mit jemandem. Und so ist das mit Natalie auch.»
«Es ist eine sehr lockere Atmosphäre. Wir kämpfen auf der Bahn gegeneinander, aber sonst ist es ein freundliches Miteinander», beschreibt die 22 Jahre alte Vize-Weltmeisterin Geisenberger die Atmosphäre vor dem Gold-Duell. «Es hat halt jede kapiert, dass sie nicht langsamer wird, wenn sie der anderen einen Guten Morgen wünscht.»
Doch die Favoritinnen sehen sich nicht als alleinige Gold- Anwärterinnen. Teamkollegin Anke Wischnewski aus Oberwiesenthal spekuliert zumindest auf eine Medaille. «Wir kämpfen nicht nur gegen uns, sondern auch gegen andere», sagt Geisenberger. Wohl vor allem gegen Kanadas Medaillenhoffnung Alex Gough: Vor einem Jahr fuhr Gough bei der WM auf Rang vier und kann nun auf den Heimvorteil setzen. Mit der Verlegung auf den Junioren-Start kann sich beim Frauen-Rennen noch einmal alles ändern. «Das ist ein gravierender Eingriff in unser Rennverhalten», erkannte Hüfner.
Was kosten die Spiele? Wie lautet das Motto? Oder welche Sportart wird erstmals ausgetragen? Die diesjährigen Winterspiele sind einzigartig - auf vielen Ebenen. FTD.de testet Ihr Wissen über die Olympischen Winterspiele in Kanada.
Wie viele Länder nehmen an den Winterspielen dieses Jahr teil?
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