Abfahrts-Altmeister Didier Cuche freute sich über Olympia-Gold für die Schweiz - als Zuschauer beim Skisprung-Erfolg seines Landsmannes Simon Ammann. Nach 22 sieglosen Jahren hat der Skirennfahrer das langersehnte Schweizer Gold in der alpinen Königsdisziplin im Visier.
Didier Cuche freundet sich mit den olympischen Ringen an.
Doch für die verschobene prestigeträchtige Schussfahrt haben sich vor allem auch die Österreicher mit Michael Walchhofer und die «Canadian Cowboys» in Stellung gebracht haben. Aber gerade beim olympischen Alpin-Höhepunkt hatten auch schon oft genug Fahrer die Ski-Spitze vorn, denen vorher niemand Gold zugetraut hatte. «Bei Großveranstaltungen gibt es oft Außenseiter-Erfolge oder Favoritensterben», sagte Stephan Keppler, der einzige deutsche Starter.
Bill Johnson (USA/1984), Tommy Moe (USA/1994), Jean-Luc Cretier (Frankreich/1998) oder Antoine Deneriaz (Frankreich/2006) hatte vor ihren Erfolgen keiner wirklich auf der Rechnung. Seit Franz Klammer 1976 hat sich der Schweizer Pirmin Zurbriggen (1988 in Calgary) als einziger Topfavorit in der Olympia-Abfahrt durchgesetzt.
Und genau seit diesem Sieg von Zurbriggen wartet die Schweiz. Cuche und Carlo Janka haben für die Eidgenossen je zwei Weltcup- Abfahrten in dieser Saison gewonnen, zudem stand immer mindestens ein Schweizer auf dem Podest. Keppler hat neben den «üblichen Verdächtigen» wie Cuche oder Walchhofer auch Lokalmatadoren wie Manuel Osborne-Paradis oder Robbie Dixon auf der Rechnung. «Es lastet großer Druck auf uns, aber wir bekommen auch viel gute Energie. Wir haben alle die Chance, auf dem Podium zu stehen», sagte Dixon. «Wir sind die ersten, die für Kanada Gold holen können. Das ist eine Sache, die einem nur einmal im Leben passiert.»
Endlich wollen die Gastgeber den Heimfluch beenden. Denn sowohl bei den Sommerspielen 1976 in Montreal als auch 1988 bei der Winter- Olympia in Calgary waren die Ahornblatt-Sportler ohne Sieg geblieben. Und Abfahrts-Gold gab es sowieso noch nie. Im einzigen Training belegten Dixon und Erik Guay hinter Walchhofer die Plätze zwei und drei. Super-G-Weltmeister Cuche war noch schneller unterwegs, wurde aber wegen eines Torfehlers disqualifiziert. «Mit dem Torfehler wollte ich nur die Favoritenrolle abgeben», erklärte Cuche spaßeshalber - von den Sturzverletzungen zwei Wochen vor Olympia beim Riesenslalom in Kranjska Gora war nichts zu merken.
Ungewöhnlich ruhig ist es dieser Tage um den Amerikaner Bode Miller, der bei den für ihn enttäuschenden Spielen von Turin mehr in den Schlagzeilen war - allerdings nicht positiv. Vielleicht schlägt der zweimalige Gesamtweltcupsieger diesmal zu. «Ich werde immer stärker. Ich bin genau dort, wo ich hoffte, während der Spiele zu sein», hatte der 32-Jährige vor dem Olympia-Start erklärt.
Was kosten die Spiele? Wie lautet das Motto? Oder welche Sportart wird erstmals ausgetragen? Die diesjährigen Winterspiele sind einzigartig - auf vielen Ebenen. FTD.de testet Ihr Wissen über die Olympischen Winterspiele in Kanada.
Wie viele Länder nehmen an den Winterspielen dieses Jahr teil?
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