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09.02.2010, 16:48
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ARD-Recherche:
Deutsche Wintersportler unter Doping-Verdacht
Wenige Tage vor dem Olympia-Start in Vancouver werden deutsche Wintersportler in Fernsehbeiträgen unter Doping-Verdacht gestellt. Namen werden dabei aber nicht genannt - dafür aber die Doping-Methoden.
In einem Anti-Dopinglabor wird eine präparierte Urinprobe aus einer Box entnommen.
In der ARD-Sendung "Geheimsache Doping-Eiskalter Betrug" wird Arnold Riebenbauer, Chef des Disziplinar-Ausschusses des österreichischen Skiverbandes, in Zusammenhang mit der Blutdoping-Affäre um die Wiener Blutbank Humanplasma zitiert. Es gebe "Hinweise auf Sportler aus Deutschland, Wintersportler", die illegale Transfusionen vorgenommen hätten. Er nenne "keine Namen".
Ähnliche Vorwürfe hatte Karl Stoss, der NOK-Vorsitzende Österreichs, in einer ZDF-Dokumentation zum Thema Doping geäußert. "Auch diese Aussage von Herrn Riebenbauer bringt keine Neuigkeit", sagte Christian Klaue, Sprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Vancouver. Statt dunkle Andeutungen zu machen, solle er Ross und Reiter nennen. "Die österreichischen Behörden als auch die Nantional Anti-Doping-Agentur Österreichs haben uns stets mitteilen lassen, dass es keine belastbaren Hinweise auf deutsche Athleten gibt."
Im Labor der Wiener Humanplasma wurden von Mitte 2003 bis Anfang 2006 Blutabnahmen bei Sportlern durchgeführt, wie Humanplasma-Sprecherin Michaela Eisler dem ZDF bestätigte. "Die Unternehmensleitung bedauert, dadurch einen Beitrag zu Blutdoping geleistet zu haben", hieß es.
In dem 30-minütigen ARD-Beitrag wird ausführlich ein anonymer "nordischer Skisportler, WM- und Olympia-Teilnehmer" zitiert, der die Doping-Verseuchung in seiner Sparte mit den Auswüchsen im Radsport gleichsetzt. Der ehemalige österreichische Langlauftrainer Walter Mayer, der sich 2006 bei den Olympischen Spielen in Turin der Polizei-Verfolgung durch Flucht entzog, erklärte, Nach-Tests von Turin würden "sehr viele Medaillengewinner in schlechtes Licht" rücken. Im Gegensatz zu Peking wurden Doping-Proben von Turin noch nicht nachträglich analysiert.
Das Blut-Doping-Mittel CERA, über das unter anderen die des Dopings überführten Radprofis Stefan Schumacher und Bernhard Kohl bei der Tour de France 2008 stolperten, ist laut Mayer schon seit 2002 auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Er sei "sicher, dass es in Turin» benutzt worden sei. Mayer hält die Doping-Kontrollen für eine Farce. "Die Sieger von Vancouver sind nicht sauber, sonst würden sie nicht siegen», sagte er.
Sportler im Halbdunkel aufgenommen
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dpa, 09.02.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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