Die deutschen Handballerinnen sind bei ihrem zweiten Olympia-Auftritt gegen Südkorea untergegangen und haben auf dem Weg zur erhofften Medaille einen gehörigen Dämpfer erhalten. Noch ist der Viertelfinaleinzug aber erreichbar.
Durch eine miserable Wurfquote verlor der WM-Dritte sein zweites Vorrundenspiel und wurde vom Olympia-Zweiten Südkorea mit 20:30 (9:12) gedemütigt. Unter den Augen von IOC-Präsident Jacques Rogge und seinem deutschen Stellvertreter Thomas Bach bot die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) eine unkonzentrierte Leistung und erlitt gegen ihren Angstgegner die fünfte Schlappe im sechsten Vergleich bei großen Turnieren.
Bundestrainer Armin Emrich verlangte nach der erschreckenden Vorstellung eine Trotzreaktion seiner Mannschaft. "Jetzt heißt es, Flagge zu zeigen und mit positiver Energie sofort das Spiel gegen Ungarn in Angriff zu nehmen. Wir haben ein Spiel verloren, zwei Punkte sind weg, aber nicht mehr", sagte er. Die Deutschen müssen nun noch zwei Spiele gewinnen, um in die K.o.-Runde zu kommen. Die erste Chance dazu ist am 13. August gegen die Ungarinnen.
Anna Lörper (r.) setzt sich verzweifelt gegen Seongok Oh durch
Vor rund 3500 Zuschauern waren Grit Jurack und Anna Loerper (je 4) noch die beste Werferinnen. Ansonsten lief nicht viel zusammen. "Wir haben so unglaublich leichte Fehler gemacht. Der Frust sitzt jetzt tief, aber das müssen wir abhaken", sagte Jurack. Anja Althaus stellte fest: "Die Koreanerinnen waren immer einen Schritt schneller. Egal, was wir probiert haben, es lief nichts zusammen."
Strohfeuer zu Beginn
Dabei hatte es gut angefangen: Mit einem Blitzstart schien die deutsche Mannschaft bereits alle Zweifel beseitigen zu wollen, dass das knappe 24:22 zwei Tage zuvor gegen Brasilien nur ein Ausrutscher war. Trotz eines 5:3-Vorteils kehrte aber keine Ruhe ein. Vielmehr produzierte der EM-Vierte Fehler am laufenden Band. Zudem bereitete die offensive und hart zupackende Abwehr der Asiatinnen den DHB-Frauen ebenso viele Probleme im Angriff wie am Vortag den DHB-Männern, die gegen Südkorea ebenfalls lange nicht ins Spiel fanden.
Ohne Linksaußen-Spielerin Nadine Härdter, die wegen einer Ellbogenblessur geschont wurde, versäumten die Deutschen, gut herausgespielte Chancen zu nutzen. Auch der sonst treffsichere Rückraum mit Nadine Krause und Jurack scheiterte aus meist großer Entfernung an Torhüterin Minhee Lee oder an Pfosten und Latte. So blieben die Deutschen nach dem 8:8 (18.) zehn Minuten ohne Erfolg und gerieten mit 8:11 ins Hintertreffen. Im der zweiten Halbzeit kam das deutsche Spiel überhaupt mehr nicht ins Laufen. Die deutschen Spielerinnen wirkten ratlos, jeden Fehler bestrafte der Olympia-Zweite aus Ostasien gnadenlos.
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