Außen deutsch, innen ein Kraftpaket: In hochmodernen Rennanzügen werden die deutschen Olympia-Starter im Skilanglauf, der Nordischen Kombination, im Skispringen, Biathlon, Bob, Rodeln und Skeleton in ihre Wettkämpfe gehen.
Die deutsche Eisschnellläuferin Daniela Anschütz-Thoms bei der Anprobe.
Drei Jahre lang hat Ausrüster adidas an den High-Tech-Materialien geforscht, sich mit erfolgreichen Athleten zusammengetan, um ein möglichst erfolgreiches Produkt auf den (Olympia-) Markt zu bringen. Ausgewählte Sportler, zu denen auch Biathletin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) und Langläufer Tobias Angerer (Vachendorf) gehörten, prüften die Neuheiten für das Herzogenauracher Unternehmen auf Herz und Nieren. In intensiven Trainings- und Wettkampftests wurden die Anzüge für Vancouver optimiert. Dort können nun alle von adidas ausgerüsteten Nationen darauf zurückgreifen.
«Die Wettkampfanzüge sind noch einmal 25 Prozent leichter als in Turin und wurden größtenteils mit voll verschweißten Nähten produziert. Gemäß ihren Sportarten, den Wetterbedingungen und ihren persönlichen Vorlieben können die Athleten aus einer Anzahl von 'Baselayern' auswählen, die unterschiedlich viel Kompression und Wärme bieten», erklärt adidas-Sprecher Oliver Brüggen. So besteht die Wettkampfbekleidung der Athleten zum Teil aus mehreren Schichten - der «Baselayer» genannten Kleidung, die unmittelbar auf der Haut getragen wird und der Wettkampfkleidung darüber. Bei den «Baselayern» entscheiden die Sportler, ob sie starke Kompressionsbekleidung, wärmende oder schnell trocknende Materialien einsetzen wollen.
«Diese Funktionsbekleidung ist schon etwas besonderes, weil sie ganz speziell für die jeweilige Sportart eine hohe Muskelkompression an entscheidenden Körperpartien wie Oberschenkel oder Oberarme bietet. Dafür wurde ich vermessen, denn jeder hat ja andere Muskelumfänge», sagt Tobias Angerer, der erstmals bei der WM in Liberec im vergangenen Jahr das neue Material testen durfte und seitdem begeistert ist.
Für die Biathleten wurde eine kleine, vielleicht aber entscheidende Neuerung in die Anzüge eingearbeitet. «Sie haben an Ellenbogen, Ärmeln und am Körper zusätzlich Silikonnoppen eingearbeitet, um ein Abrutschen zum Beispiel beim Schießen zu vermeiden», berichtet Brüggen und verrät, dass für Rodler und Skeletonis ein spezieller Anzug entwickelt wurde, der den höheren Geschwindigkeiten der Bahn in Whistler Rechnung trägt. Für die Rodler gibt es auch neue Rennschuhe, die ihnen erlauben besser zu bremsen. «Außerdem bietet der Schuh mehr Schutz gegen Stoßverletzungen», sagt der adidas-Sprecher.
Zu erkennen sein werden die deutschen Athleten an der «Flaggen- Optik» der Anzüge. In Turin 2006 waren sie noch in Weiß angetreten.
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