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Merken   Drucken   10.08.2008, 13:42 Schriftgröße: AAA

Schwimmen: DSV-Damen schwimmen nur auf Rang 5

Sportdirektor Madsen ging ein hohes Risiko und ließ Britta Steffen beginnen. Resultat: Die deutsche 4 x 100 Meter Freistilstaffel landete weit abgeschlagen hinter den Olympiasiegerinnen. Die Enttäuschung war sichtbar.
Mit hängenden Schultern, traurigem Blick und zittriger Stimme musste die Berlinerin in den Katakomben des "Wasserwürfels" von Peking das tun, was sie überhaupt nicht leiden kann: eine Niederlage kommentieren. Sie rang darum, sich und ihr Innenleben zu sortieren. Platz fünf bei Olympia mit der Freistilstaffel über 4 x 100 Meter - das stand so nicht auf dem Plan.
Die deutsche 4 x 100 Meter Freistil-Staffel schwamm nur hinterher   Die deutsche 4 x 100 Meter Freistil-Staffel schwamm nur hinterher
"Jetzt bin ich erstmal leer", sagte Steffen, nachdem sie, Meike Freitag, Daniela Götz und Antje Buschschulte von Sportdirektor Örjan Madsen persönlich in Empfang genommen worden waren. Es sah so aus, als müsste Madsen den Leibwächter mimen, der sich speziell um das Wohlergehen seiner Top-Frau kümmert.
Guter Start
Dabei legte die Europarekordlerin am Start mit 53,38 Sekunden so schnell los, dass die späteren Olympiasiegerinnen aus den Niederlanden, die am Ende zweitplatzierten US-Frauen mit der 41-jährigen Dara Torres und das australische Bronze-Quartett zunächst das Nachsehen hatten. "Ich habe mich wunderbar gefühlt", schilderte Steffen ihr Inneres vor dem Rennen.
Doch verglichen mit ihrer kontinentalen Bestmarke von 53,05 sei sie "nicht sonderlich schnell" gewesen. Steffen war sich bewusst, dass sie den enormen Druck, der auf ihr lastete, nicht beseitigen konnte: "Ich habe mehr gewollt, als ich kann." Mehr wollte sie nicht sagen, ließ sich von "Leibwächter" Madsen wegführen und hoffte auf den Mittwoch, wenn sie nach dem Vorlauf des Einzelrennens über 100 m Freistil nur noch sich selbst Rechenschaft ablegen muss.
Madsen ging mit der Maßnahme, seine Beste als Erste in das Finale zu schicken, volles Risiko: "Es war die einzige Möglichkeit, die wir hatten, um dranzubleiben." Dass Meike Freitag Platz eins erfolgreich verteidigte, verwunderte, dass Daniela Götz und Antje Buschschulte die Konkurrenz nicht halten können würden, war absehbar. "Es ist das Beste, was drin war", bilanzierte Meike Freitag die finalen 3:36,85 - schwimmerisch meilenweite 3,09 Sekunden von den Niederlanden entfernt. "Mehr können wir nicht, aber es ist möglich, schneller zu schwimmen", sagte Madsen. Antje Buschschulte, die die Position der Schlussschwimmerin als "Hammer" empfand, fasste es resigniert zusammen: "Mehr als alles geben kann man nicht."
  • dpa, 10.08.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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