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Merken   Drucken   24.08.2008, 14:37 Schriftgröße: AAA

Tops und Flops in Peking: Blitz, Barrakuda und ein gedoptes Pferd  

Die XXIX. Olympischen Spiele sind beendet. Viele Bilder aus Peking werden im Gedächtnis bleiben - positive und negative. Wer überzeugte? Wer enttäuschte? Wer bewegte die Gemüter? Ein Rückblick.
IOC-Präsident Jacques Rogge setzte mit der traditionellen Formel den offiziellen Schlusspunkt unter das größte Sportfest der Welt und rief dabei "die Jugend der Welt" auf, sich in vier Jahren zur Feier der XXX. Olympiade in London zu versammeln. Die britische Hauptstadt ist vom 27. Juli bis 12. August 2012 Gastgeber der nächsten Sommerspiele. Rogge lobte in seiner Ansprache die chinesischen Olympia-Ausrichter: "Das waren wahrlich außergewöhnliche Spiele."
Tops
Goldfisch: Michael Phelps brach im Schwimmbecken nicht nur sieben Weltrekorde, sondern schrieb Sportgeschichte: Nach acht Olympiasiegen in Peking, einer mehr als Mark Spitz 1972 in München, ist er mit insgesamt 14 Mal Gold der erfolgreichste Athlet überhaupt. "Der olympische Gott", "Barrakuda aus Baltimore", "Titan", "Fliegender Fisch" - so lauteten die Schlagzeilen über den Amerikaner.
Schwimmstar: Britta Steffen schüttelte im "Wasserwürfel" alles ab: Erwartungen, Kritik, Selbstzweifel. Gold über 50 und 100 Meter Freistil für die blonde Berlinerin. "Dass aus diesem zappeligen Mädchen von früher eine mental so starke Frau geworden ist - einfach toll", staunte auch die frühere Wasserratte Franziska van Almsick. Jetzt zieht's Steffen nach Australien - zu neuen Ufern.
BOCOG: Das Organisationskomitee glänzte mit einer logistischen Meisterleistung: grandiose Sportstätten, unermüdliche Helfer, ein ausgeklügeltes Transportsystem. Um der Welt zu zeigen, was das 1,3 Milliarden-Volk kann, spielten Geld, Personal und unkonventionelle Maßnahmen im Reich der Mittel keine Rolle. Zig Milliarden Dollar haben die Spiele gekostet, offizielle Angaben gibt es keine.
Weltmacht: Die Frage, ob China die USA als Sportnation Nummer eins ablösen kann, war nach nur wenigen Tagen beantwortet. 51 von insgesamt 302 Goldmedaillen holten die ehrgeizigen Olympia-Gastgeber, dazu 21 Mal Silber und 28 Mal Bronze. Macht 100. Eine einzigartige Bilanz. Über 50 Mal Gold - das hatte zuletzt die USA bei den Boykott- Spielen 1984 in Los Angeles gefeiert.
Lichtgestalt: Einer flog übers "Vogelnest". Die Welt hielt den Atem an, als Li Ning in schwindelerregender Höhe bei der Eröffnungsfeier das olympische Feuer zündete. Der Turnstar von Los Angeles 1984 verkörpert wie kaum einer den chinesischen Lebenstraum: Vom Sohn eines Dorfschullehrers stieg er auf zum Supersportler und zum Gründer einer heute weltweit erfolgreichen Sportmarke.
Hahn im Korb: Basketball-Star Dirk Nowitzki führte als Fahnenträger die deutsche Mannschaft ins Nationalstadion - und zeigte auch sonst Flagge. Als begeisterter Bewohner des olympischen Dorfes und Fan der Kollegen aus den Abteilungen Hockey, Handball und Beachvolleyball. Auch wenn die Basketballer sich in der Vorrunde verabschiedeten: Der NBA-Star genoss die Spiele in vollen Zügen.
Blitz-Bolt: Ganz Jamaika liegt ihm zu Füßen, die Konkurrenten sahen nur seine Fersen. 7,69 und 19,30 Sekunden - Usain Bolt rannte Fabelweltrekorde über 100 und 200 Meter und wurde zum Alptraum der erfolgsverwöhnten US-Sprinter. 91 000 im Nationalstadion sangen ihm noch ein Ständchen zum 22. Geburtstag. Nicht davonlaufen konnte der 1,96 Meter große Athlet dem Dopingverdacht.
  • dpa, 24.08.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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