Das niederländische 1t4i-Radsport-Team stellt sich vor seine Profis Marcel Kittel, John Degenkolb und Patrick Gretsch, die vom umstrittenen Thüringer Sportmediziner Andreas Franke behandelt worden waren.
Marcel Kittel erhält Rückendeckung von seinem Team. Foto: Andreij Grygiel
Sie stünden nicht unter Verdacht , gegen die Anti-Dopingregeln verstoßen zu haben. «Sie sind ebenfalls keine Verdächtigen in der Untersuchung», hieß es in einer Pressemitteilung. Der Weltverband UCI und die niederländischen Anti-Doping-Behörden hätten keine Bedenken gegen weitere Starts.
Kittel, in der abgelaufenen Saison mit 17 Saisonsiegen nach Einzelerfolgen gerechnet erfolgreichster deutscher Radprofi, gab die Behandlung mit UV-Strahlen bis 2008 zu. Danach hätte er sie unter dem Hinweis «das ist eine komische Sache», wie er am Dienstag bei MDR INFO einräumte, abgelehnt.
Kittel, Gretsch und Degenkolb hätten laut 1t41 Kontakt zu dem Arzt des Olympiastützpunktes Erfurt gehabt, für Behandlungen aber nichts bezahlt. Das Team sei in der Affäre um Franke «weder von der deutschen Staatsanwaltschaft oder von der Deutschen Antidopingbehörde in Bonn, noch von der internationalen Antidopingbehörde WADA» kontaktiert worden, erklärte das Team weiter.
Kittel hat sich nach eigener Aussage jahrelang von Franke behandeln lassen - auch mit UV-bestrahltem Blut. Der Profi sagte MDR INFO, er sei seit 2004 am Olympiastützpunkt Erfurt umfassend betreut worden: «Und wenn ich krank war, wenn ich gesundheitliche Probleme hatte, dann bin ich zu dem Doktor Franke gegangen, weil der einfach der Arzt war, der dort angeboten wurde. Uns wurde immer gesagt, wenn ein Problem besteht, geht dorthin, dort wird euch geholfen.» Im Frühjahr 2008 habe er aber entschieden, «das möchte ich nicht mehr, das ist eine komische Sache». Danach habe er die UV-Behandlung nie mehr gemacht.
Kittel verwies darauf, dass sich Ermittlungen derzeit nur gegen den Sportmediziner Franke richteten, aber nicht gegen ihn. Einige Athleten seien aufgefordert worden, als Zeugen auszusagen. Er selbst sei bislang weder von der Staatsanwaltschaft, der NADA oder dem Radsport-Weltverband UCI kontaktiert worden. Er sei aber bereit, mit allen zu sprechen, um Transparenz zu schaffen: «Ich möchte nicht, dass irgendwelche falschen Behauptungen im Raum stehen.»
Am Vortag hatte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) bestätigt, dass bei der NADA «nach erfolgtem Ergebnismanagement ein Verfahren gegen einen Radsportler eingeleitet wurde.» Dabei könnte es sich um Jakob Steigmiller handeln. Der von ihm im Thüringer Energie-Team betreute Fahrer sei von «der Staatsanwaltschaft und von der NADA» verhört worden, hatte Team-Manager Jörg Werner der Nachrichtenagentur dpa bestätigt.
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