Das im Vorjahr als Drittklässler gestartete NetApp-Team will hoch hinaus. Die von den Thüringer Ex-Profis Jens Heppner und Enrico Poitschke geleitete Mannschaft will 2012 bei der Tour de France am Start stehen.
Im 12. Stock des Rotterdamer Parkhotels Bilderberg schnupperte eine NetApp-Delegation bereits Tour-Luft und verkündete den Aufstieg in die zweite Liga des Radsports als ProContinental-Team. Ein entsprechender Antrag für 2011 wird beim Weltradsport-Verband UCI bis 1. August gestellt werden. Der nächste logische Schritt soll dann im übernächsten Jahr in die Belétage, ins ProTour-Lager führen.
Diese Ziele formulierte wenige Stunden vor dem Start der 97. Frankreich-Rundfahrt Andreas König, der Chef der Europavertretung des in Silicon Valley/Kalifornien beheimateten Sponsors. «Wir werden unseren kontinuierlichen Aufbau fortsetzen und für eine solide finanzielle Ausstattung sorgen, um in jeder Klasse zu fahren», sagte König am Samstag in Rotterdam. Konkrete Zahlen zu den Budgets im Pro Continental- und ProTour-Bereich wollte er nicht nennen.
In der kommenden Saison soll das in Kelmis/Belgien angemeldete Team von derzeit 14 Fahrern auf maximal 18 aufgestockt werden. An Neuverpflichtungen mit großen Namen ist zunächst nicht gedacht. «Ein André Greipel wäre noch nicht unser Kaliber», meinte Teammanager Ralph Denk zur Personalie des möglicherweise freiwerdenden HTC-Columbia-Sprinters aus Rostock, der in diesem Jahr als erfolgreichster Profi der Welt zwölf Siege einfuhr.
Der Internet-Zulieferer NetApp, auch noch Co-Sponsor des Fußball-Bundesligisten aus Hoffenheim, mache laut König einen Jahresumsatz von vier Milliarden US-Dollar. Wenn Milram aus dem Radsportgeschäft aussteigt - der Sponsor Nordmilch verabschiedet sich Ende 2010 - ist der Newcomer schon im nächsten Jahr die Nummer eins im deutschen Radsport. Milram-Teamchef Gerry van Gerwen will am zweiten Ruhetag der Tour in Pau verkünden, ob er einen Nachfolge-Finanzier gefunden hat, und wie es mit seinem Team weitergeht. Die Prognosen stehen nicht besonders gut.
«2011 könnten wir die Nummer eins in Deutschland sein. Aber ich würde mich freuen, wenn Milram weitermacht - das wäre gut für den Radsport hierzulande», sagte Denk, der auf Besonderheiten in den Fahrer-Verträgen hinwies: «Alle Fahrer gaben ihr Einverständnis, bei Doping-Verdacht die ärztliche Schweigepflicht aufzuheben. Außerdem haben wir von jedem das DNA-Profil.»
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