Der ehemalige Doping-Kronzeuge Patrik Sinkewitz hat nach langer Suche wieder einen neuen Arbeitgeber gefunden. Das italienische Continental-Radteam ISD-Neri hat den 29-Jährigen bis zum Saisonende plus Option auf ein weiteres Jahr unter Vertrag genommen.
Patrik Sinkewitz hat einen neuen Arbeitgeber.
«Es ist wahnsinnig schön gewesen, mal aufzuwachen und zu wissen, weshalb du jetzt trainieren gehst», sagte Sinkewitz der «Süddeutschen Zeitung».
Seit dem Ende seines Engagements beim drittklassigen tschechischen Whirlpool-Team vor acht Monaten war der Hesse ohne Rennstall gewesen. Am 2. Juni will Sinkewitz bei der Luxemburg-Rundfahrt erstmals für ISD-Neri starten. Dann wird er gleich auf den Tour-de- France-Rekordsieger Lance Armstrong treffen, der ebenfalls für das Rennen gemeldet hat. «Der kann sich warm anziehen», scherzte Sinkewitz, der 2007 positiv getestet und gesperrt worden war.
Nach seinem Doping-Geständnis, das die Erfolgsgeschichte des früheren T-Mobile-Teams in ein anderes Licht gerückt hat, galt er im Radsport-Zirkus lange als Persona non grata. Umso größer ist seine Freude, doch wieder ein Team gefunden zu haben. «Ich weiß auch nicht, weshalb ich doch noch dran geglaubt habe», sagte Sinkewitz. Der frühere Radprofi Jörg Jaksche, wie Sinkewitz Doping-Kronzeuge, sagte der «SZ»: «Ich hoffe, dass Patrik jetzt endlich nicht mehr wie ein Aussätziger behandelt wird.»
Bei ISD-Neri wird Sinkewitz auf den einstigen Supersprinter Mario Cipollini treffen, der zum Stab der Equipe zählt. Sein neuer Teammanager Angelo Citracca freute sich über die Verpflichtung des Hessen: «Ich brauche starke Fahrer mit Charakter.»
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