Erschöpft, aber zufrieden haben die deutschen Turner nach fast 19-stündiger Busfahrt quer durch Westeuropa den EM-Austragungsort Birmingham erreicht.
Am 19. April absolvierte das Quintett um Mehrkampf- Europameister Fabian Hambüchen noch ein wenig müde nach der langen Fahrt bereits ein erstes Training für die dort am 22. April beginnenden Titelkämpfe.
«Natürlich war das nicht einfach für die Jungs: Erst der harte Wettkampf in Dessau, dann die kurze Nacht und rein in den Bus. Aber es ist alles glattgegangen, jetzt müssen sie das verdauen», berichtete Cheftrainer Andreas Hirsch. «Der anstrengende Reisetag darf uns in der Vorbereitung auf den Höhepunkt nicht zurückwerfen», forderte er.
«Es war die richtige Entscheidung, so schnell auf die misslichen Umstände zu reagieren», sagte Sportdirektor Wolfgang Willam. Das Team hatte wegen des Flugverbots über großen Teilen Europas bereits am Vortag gegen 04.00 Uhr mit dem Bus seine Tour angetreten und hatte ohne extreme Wartezeiten bei der Fährüberfahrt kurz vor 22.00 Uhr Ortszeit Birmingham erreicht.
Wie die Deutschen, so haben auch die meisten anderen europäischen Nationen aufgrund der Flugprobleme wegen der Vulkanasche aus Island die Reise mit Bussen angetreten. Definitiv abgesagt haben ihre EM-Teilnahme jedoch schon die Teams aus Georgien und Portugal wegen der zu großen Entfernungen zum Veranstaltungsort. Israel, die Türkei und Griechenland kündigten an, nur in Birmingham teilzunehmen, wenn noch kurzfristig der Luftraum freigegeben würde.
Riesige Probleme bei der Umstellung auf eine Bus- oder Zug-Anreise haben die osteuropäischen Verbände, deren Länder nicht dem Schengen-Abkommen zum visafreien Reiseverkehr angehören. So gab es zum Beispiel für die Russen, die in der Mannschaftswertung den Titel zu verteidigen haben, keine Möglichkeit, kurzfristig Visa für die zu durchfahrenden Länder zu erhalten.
Ähnlich geht es den Teams aus Weißrussland und der Ukraine. «Die UEG will sich noch mal auf einer Sitzung mit den Problemen dieser Verbände beschäftigen. Aber ich habe noch keine Informationen, wie das gelöst werden kann», sagte Hirsch. Es wird erwartet, dass die Turner dieser Nationen frühestens am 21. April in Birmingham eintreffen können.
Bereits zuvor hatte der Europäische Turnverband UEG entschieden, trotz aller Logistik-Probleme die Titelkämpfe auf jeden Fall durchzuführen. Das Programm der Männer-EM war schon komprimiert und der Beginn um einen Tag nach hinten verlegt worden.
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