Die deutschen Slalom-Kanuten haben bei den Weltmeisterschaften in Spanien nach einer Zitterpartie einen Titel und insgesamt vier Medaillen gewonnen.
Nach einer ganzen Reihe von Enttäuschungen in Qualifikation und Halbfinale für Olympiasieger Alexander Grimm & Co. sorgten das WM-Gold von Jasmin Schornberg im Kajak-Einer und Bronze von Jan Benzien im Canadier-Einer doch noch für eine versöhnliche Bilanz in La Seu d'Urgell.
«Wir wollten zwei Medaillen in den olympischen Disziplinen und die haben wir. Wenn eine goldene dabei ist, ist das natürlich immer schön», sagte DKV-Sportdirektor Jens Kahl. In den nicht-olympischen Team-Wettbewerben hatten die Canadier-Zweier-Herren Silber gewonnen, die Frauen im Kajak-Einer Bronze.
In Abwesenheit der nicht qualifizierten Weltmeisterin Jennifer Bongardt ließ die 23-Jährige Schornberg Trainer und Verantwortliche mit ihrer Traumfahrt aufatmen. «Jetzt stehe ich ganz oben, ich kann es noch gar nicht fassen», sagte die ehemalige Gesamtweltcup-Gewinnerin aus Hamm mit Freudentränen in den Augen. Die Augsburgerin Claudia Bär belegte den vierten Platz.
Benzien war mit seinem dritten Platz beim Sieg von Tony Estanguet (Frankreich) vor Michal Martikan (Slowakei) dicke zufrieden. «Ich freue mich über die Medaille hinter zwei Doppel-Olympiasiegern», sagte der 27-Jährige aus Leipzig. In den Einzelentscheidungen des Canadier-Zweiers, wo die dreimaligen Olympiasieger Pavol Hochschorner/Peter Hochschorner (Slowakei) am schnellsten waren, ging der DKV leer aus. Das war auch im Kajak-Einer der Fall. Die Konkurrenz gewann der Slowene Peter Kauzer.
Gemessen an der Anzahl der Medaillen (4) waren die deutschen Kanuten das letzte Mal 1999 an selber Stelle schlechter. Danach hatte es immer mindestens fünf Plaketten gegeben, bei der WM vor zwei Jahren in Brasilien sogar dreimal Gold und zweimal Silber. «Man musste sich erst an die neuen Regeln gewönnen, deshalb will ich nicht zu kritisch sein», sagte Kahl, den einige Halbfinal- und Qualifikationsergebnisse ein «bisschen erschüttert» hatten.
Enttäuscht reiste Kajak-Olympiasieger Grimm nach seinem Quali-Aus im Einzelwettbewerb und der verpassten Mannschafts-Medaille ab. «Die Strecke war ziemlich leicht gehängt, für einen Kajakfahrer war das wie auf einer Autobahn, in einem so engen Feld darf man sich keinen Fehler erlauben», sagte der 23-Jährige Augsburger. In den Pyrenäen war er als 29. noch der beste deutsche Kajak-Fahrer.
Eine «Brüderbande» durfte sich über Silber in der nicht- olympischen Mannschafts-Entscheidung im Canadier-Zweier freuen. «Wir haben uns gewünscht, dass wir in der Familie eine Medaille holen», sagte Athen-Silbermedaillen-Gewinner Marcus Becker. In den drei deutschen Canadiern knien, jeweils mit unterschiedlichen Partnern, zwei Brüder-Paare. Das Finale der Einzel-Entscheidung verpassten aber alle drei Boote. Für das andere Edelmetall bei den Teams sorgten die Kajak-Damen um Schornberg.
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