Im Alexandra Palace in London ist es ein riesiges Spektakel: Die Fans grölen feucht-fröhlich und singen, feuern an und bejubeln jeden Wurf. Die WM wird in England zelebriert, Dart ist Volkssport.
Raymond van Barneveld machte Dart in Holland beliebt. Foto: Gerry Penny
Eine ähnliche Stimmung erhoffen sich die Organisatoren bei der Team-WM, die am Wochenende in Hamburg stattfindet. «Wir kommen mit unseren Übertragungen, mit der Stimmung an englische Verhältnisse ran», sagt Werner von Moltke, Präsident des Ausrichters Professional Darts Corporation (PDC) Europe.
Das Interesse der Zuschauer ist groß, fünf der sechs Sessions werden mit je 2000 Zuschauern ausverkauft sein. «Hamburg überrascht mich und macht mich auch stolz. Es ist hervorragend angenommen worden», sagt von Moltke. Auch Dart-Profi Bernd Roith, der gemeinsam mit Jyhan Artut für Deutschland antritt, setzt auf das Publikum: «Wir hoffen, dass wir eine gute Unterstützung von den Fans bekommen. Aber da gehe ich stark davon aus.»
Als Favoriten gehen die beiden Engländer Adrian «Jackpot» Lewis und Phil «The Power» Taylor ins Turnier. Der 27 Jahre alte Lewis verteidigte im Januar seinen Einzel-Weltmeister-Titel, der 51-jährige Taylor ist eine Dart-Legende und Rekord-Champion. «Wenn nichts schief läuft, sollten die das gewinnen», sagt von Moltke.
Das Pech der Deutschen: Wenn sie ihr erstes Match überstehen, drohen ihnen die Engländer. Für Roith geht es aber nicht nur ums Siegen: «Es soll einfach auch Spaß machen, gegen Top-Leute zu spielen. Das wird fürs Publikum hoffentlich interessant.»
Aus Sicht von von Moltke würde ein deutscher Star dem Sport in Deutschland gut tun. «In Holland hatte Darts ein Schattendasein, bis Raymond van Barneveld 1998 die WM gewann.» Ein «Dart-Boris Becker» könne ähnliches in Deutschland auslösen, glaubt von Moltke, den der Dart-Virus gepackt hat: «Das ist kurzweilig, wie 90 Minuten Elfmeterschießen. Es ist spannend, es ist eine extreme Höchstleistung und es ist Unterhaltung.»
In Hamburg treten die 24 besten Nationen der Welt mit je zwei Spielern an. Deutschland gehört zu den acht gesetzten Teams und greift daher erst in Runde zwei ins Geschehen ein. Im Finale am Sonntag geht es um ein Preisgeld von 150 000 Pfund (rund 180 000 Euro).
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