Vielspieler Boll verzichtet vor Olympia auf Starts
Timo Boll schlägt im Olympia-Jahr einen neuen Weg ein. Der Rekord-Europameister hat seinen Terminkalender entrümpelt und nimmt nicht mehr an jeder großen Tischtennis-Veranstaltung teil.
Timo Boll richtet seinen Spielplan auf Olympia aus. Foto: Adam Warzawa
«Vor unserer Heim-WM und den Olympischen Spielen will ich mein Wettkampfprogramm richtig dosieren und muss, so schwer es mir fällt, auch mal Turniere absagen», erläuterte Boll seine Strategie. Das Europa-Top-12-Turnier am Wochenende in Lyon ist nach den Ungarn- und Slowenien-Open bereits der dritte internationale Wettkampf in diesem Jahr, den der 30-jährige Linkshänder auslässt.
Bisher galt Boll als Vielspieler. Er gönnte sich selbst nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Einzel-WM 2011 in Rotterdam keine größere Pause und spielte für gutes Geld in der chinesischen Super Liga. Nach der Rückkehr aus Asien ging es für den Düsseldorfer fast Schlag auf Schlag mit Bundesliga, Champions League und der EM in Danzig weiter. Eine Reizung im Bereich der Lendenwirbelsäule, die seinen Rücken «richtig dicht machte», war Anfang November ein Warnschuss für den gebürtigen Hessen, seinen Körper mehr zu schonen.
«Timos umfangreicher Wettkampfkalender war schon häufig ein Thema. Ich begrüße es, dass er seine Termine reduziert, um sich gezielt vorbereiten zu können», kommentierte Bundestrainer Jörg Roßkopf die Absage für Lyon. Die vielen Starts des deutschen Top-Stars haben ihm schon früher missfallen. Für Roßkopf steht die Trainingsarbeit im Vordergrund. «Timo muss sein Pensum bis zur Mannschafts-WM im März in Dortmund deutlich steigern. Dort hat er noch Defizite», argumentierte der frühere Doppel-Weltmeister.
Die neue Langzeitplanung birgt allerdings die Gefahr, dass Boll an Spielpraxis gegen hochklassige Gegner einbüßt. Seit dem World Cup Mitte November in Paris ist er nicht mehr gegen Top-Leute aus Asien und Europa angetreten. Das Preisgeld-Turnier, das der WM-Dritte im Januar in Saarbrücken gewann, hatte einen ganz anderen Stellenwert als die Turniere in Ungarn und Slowenien, wo die besten Chinesen eindrucksvoll ihre Stärke bewiesen. Auch wenn Boll nach Saarbrücken hoffnungsvoll twitterte: «Es geht aufwärts.»
Beim Europa-Top-12, das Boll bereits fünfmal gewann, hat nun sein Nationalmannschafts-Kollege Dimitrij Ovtcharov gute Chancen auf einen Sieg. Der Rechtshänder konnte bereits mit einem Startverzicht einen guten Erfolge erzielen. Ovtcharov, der die komplizierte Weltranglisten-Arithmetik vorzüglich beherrscht, trat in Ungarn und Slowenien nicht an, verteidigte so Platz zehn in der Weltrangliste und sicherte damit dem deutschen Herren-Team Platz zwei in der Setzliste für die Heim-WM in Dortmund.
Die letzte Etappe entschied einmal mehr Routinier Alessandro Petacchi für sich. Doch dem früheren Zeitfahr-Weltmeister Rogers war der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen. mehr
Trotz Verletzungspechs scheint Europameister Spanien bereit für den Versuch einer Titelverteidigung. Und Bundestrainer Löw kann sich nach der Schlappe gegen die Schweiz damit trösten, dass auch die Gruppengegner der Deutschen noch viel Arbeit vor sich haben. mehr
Trotz Bestzeit keine Pole: Obwohl Michael Schumacher bei der Qualifikation in Monaco als erster durchs Ziel fährt, muss er den begehrten Startplatz an Mark Webber abtreten. Grund ist der Barcelona-Unfall mit Bruno Senna. mehr
Die Berufung ist gescheitert, der Abstieg scheinbar in Stein gemeißelt: Hertha BSC konnte vor dem DFB-Bundesgericht keine Wiederholung des umstrittenen Spiels gegen Düsseldorf erwirken. Die Berliner behalten sich jedoch einen Einspruch gegen das Urteil vor. mehr
Sandra Gal ist das Glamourgirl der Golfszene und findet das gut so. Bei den Ladies German Open will sie an Pfingsten auch mal wieder sportlich auffallen. mehr
Hertha BSC hat sogar bei der Mitgliederversammlung an ein Nachspiel gedacht, weil niemand vorhersehen kann, wie lange die mit großer Spannung erwartete Zusammenkunft des Präsidiums mit den Mitgliedern am Dienstagabend im Berliner ICC dauern wird. mehr
Andy Schleck hat am Dienstag erstmals das Gelbe Trikot für den Sieg bei der Tour de France 2010 überstreifen dürfen. Fast vier Monate nach der Doping-Sperre für den Spanier Alberto Contador ging das Trikot an den Luxemburger über. mehr
Beim HSV Hamburg machen die Verantwortlichen Nägel mit Köpfen. Nach der Weiterverpflichtung mehrerer Leistungsträger wurde die wichtigste Personalie gelöst: Meistermacher Martin Schwalb kehrt auf die Bank zurück und übernimmt wieder voll und ganz das Traineramt. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!