Hassan Moustafa, Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF), hat Vorwürfe wegen angeblich fragwürdiger Geschäfte zurückgewiesen.
Bei dem Vertrag zwischen dem ehemaligen IHF-Sport- und Fernsehrechte-Vermarkter Sportfive und der Firma Sport Group aus Kairo handele es sich um eine «normale geschäftliche Verbindung», betonte der 65-Jährige in einer Verbandsmitteilung. Diese Zusammenarbeit sei Moustafa als Inhaber der Firma eingegangen, und dies habe «absolut nichts» mit seiner Funktion als IHF-Präsident zu tun. Zugleich erhielt er Rückendeckung durch den Verband. Die IHF sei zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Moustafa in allen Belangen korrekt verhalten habe.
Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» habe Moustafa als Berater von Sportfive 602 000 Euro erhalten. Das in Hamburg ansässige Unternehmen hatte daraufhin entsprechende Verträge bestätigt, jedoch unter seinem neuen Management eine Prüfung des Sachverhaltes eingeräumt. Moustafa wies in der IHF-Mitteilung darauf hin, dass er damals seine Funktion innerhalb der Föderation nur als Ehrenamt ausgeübt habe und zu besagtem Zeitpunkt hauptberuflich als Unternehmer tätig war. Im Vorfeld des Vertragsabschlusses hätten beide Parteien jedoch darauf verzichtet, die Öffentlichkeit über Vertragsinhalte zu informieren, merkte Moustafa an.
Sportfive war bis zum 31. Dezember 2009 Vermarkter für die Fernsehrechte der IHF. Seit Beginn 2010 liegen die Rechte bis 2013 bei Ufa Sports. Die Tochter der RTL Group hatte sich in einem Bieterverfahren gegen Sportfive durchgesetzt und auf dem IHF-Kongress im Juni 2009 für rund 60 Millionen Schweizer Franken (rund 40,7 Millionen Euro) den Zuschlag erhalten. Einer der Geschäftsführer von Sportfive, der die Beraterverträge mit Moustafa ausgehandelt hatte, war Robert Müller von Vultejus, der Ende 2007 die Firma verlassen hatte und zur 2008 neugegründeten Ufa Sports gewechselt war.
Moustafa hatte laut «Spiegel» seit Oktober 2007 über seine nahe Kairo ansässige Firma Sport Group einen Vertrag als «Consultant» mit Sportfive, der einen Vorgänger-Kontrakt ablöste. Festgeschrieben war darin, dass er seine «guten Beziehungen zu Sportorganisationen und ihren Entscheidungsträgern» nutzen sollte. Zudem sollte Moustafa die Firma «nach besten Kräften in seiner Anstrengung unterstützen, sich die Vermarktungsrechte an bedeutenden Veranstaltungen zu sichern».
Als Lobbyist für Sportfive hatte Moustafa die Summe in zwei Raten von 300 000 Euro und 302 000 Euro jeweils brutto erhalten. Die zweite Summe wurde nach Vertragsunterzeichnung im Oktober 2007 fällig. «Mindestens die Hälfte des Honorars floss auf ein Privatkonto Moustafas bei einer Filiale der Bank BNP Parisbas in Dokki, einem Stadtteil Gizehs», schreibt der «Spiegel». Dies sei ein ganz normaler Geschäftsvorgang und «Lebenswirklichkeit in meinem Heimatland», erklärte der Ägypter laut dem Nachrichtenmagazin. Auch habe er die Verträge der Ethik-Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) vorgelegt, die keine Einwände gehabt hätte. Nach Auskunft des Gremiums sei dies jedoch erst 2008 geschehen.
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