Die Rhein-Neckar Löwen stehen vor einem großen Umbruch. Der bislang so einflussreiche Geldgeber Jesper Nielsen hat seinen sofortigen Rücktritt als Aufsichtsrats-Vorsitzender des Handball-Bundesligisten erklärt.
Jesper Nielsen ist als Aufsichtsrats-Vorsitzender bei den Rhein-Neckar Löwen zurückgetreten. Foto: Marcus Brandt
Zudem werden die in erster Linie von dem Dänen geholten Spieler Karol Bielecki und Krzysztof Lijewski den Verein nach dieser Saison verlassen und in ihre Heimat zum polnischen Spitzenclub KS Vive Kielce zurückkehren.
Als Sponsor ist Nielsen weiterhin an die Löwen gebunden, sein Ende als Aufsichtsrats-Chef setzt aber seinen schrittweisen Rückzug aus dem Verein fort. Die Löwen müssen darauf mit einem neuen Konzept reagieren, das die Verjüngung der Mannschaft und die Reduzierung der immensen Personalkosten vorsieht. «Wir können nur nach unseren finanziellen Möglichkeiten handeln. Was die Gehälter angeht, müssen wir unser Budget herunterfahren», erklärte Manager Thorsten Storm.
Als ersten Schritt gaben die Löwen die Verpflichtung des Rückraumspielers Kim Ekdahl Du Rietz bekannt. Der 22 Jahre alte schwedische Nationalspieler wird im Sommer vom französischen Erstliga-Club HBC Nantes nach Mannheim wechseln. «Wir werden verstärkt mit Nachwuchsspielern arbeiten. Das heißt: Sieben bis acht Topakteure plus Talente bilden in der Zukunft unsere Mannschaft. Manchmal ist weniger mehr», meinte Storm.
Du Rietz ist nach Torhüter Niklas Landin (BSV Bjerringbro- Silkeborg) und Linkshänder Alexander Petersson (Füchse Berlin) der dritte Neuzugang für die kommende Saison. «Hier habe ich die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln. Ich freue mich auf die Herausforderung bei den Löwen und in der Bundesliga», sagte er.
Nielsen war einmal mit dem Ziel in Baden angetreten, aus den Löwen die beste Handball-Mannschaft der Welt zu machen. Immer wieder glich der 42 Jahre alte Unternehmer in den vergangenen Jahren Verluste des Clubs aus. Das wird es in Zukunft nicht mehr geben.
Auch aufgrund seiner Unstimmigkeiten mit Storm fuhr er sein Engagement in Mannheim zuletzt Schritt für Schritt zurück, während er sich gleichzeitig immer stärker bei seinem Heimatverein AB Kopenhagen in Dänemark einbrachte. Bereits vor dieser Saison waren die beiden Isländer Olafur Stefansson und Gudjon Valur Sigurdsson nach Kopenhagen gewechselt. Bielecki und Lijewski folgen nun ihren Nationalmannschaftskollegen Slawomir Szmal und Grzegorz Tkaczyk, die ebenfalls im Sommer nach Kielce gingen.
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