Haile Gebrselassie hat den 34. Berlin-Marathon mit einem Weltrekord gekrönt. Es war der 25. in seiner bisherigen Karriere. Doch der Äthiopier wähnt sich noch lange nicht am Ziel.
Lachend und beide Arme zum Zeichen des Sieges in die Höhe reißend, passierte der 34-jährige Laufstar aus Äthiopien in der Nähe des Brandenburger Tores das Ziel in einem geschichtsträchtigen Rennen, in dem er in 2:04:26 Stunden den Weltrekord von Paul Tergat (Kenia/2:04:55) aus dem Jahr 2003 an gleicher Stelle um 29 Sekunden steigerte.
«Das war ein Rennen nach meinem Geschmack mit perfekten Bedingungen. Es ist ein ganz besonderer Tag, die Zuschauer waren besser als im letzten Jahr», sagte der Äthiopier, als der sechste Marathon-Weltrekord in der deutschen Hauptstadt perfekt war. Neben einem geschätzten Startgeld von 250.000 Euro kassierte er weitere 100.000 Euro für den Sieg.
Der Äthiopier Haile Gebrselassie überquert beim Berlin-Marathon die Ziellinie.
Wie Gebrselassie wiederholte auch die Äthiopierin Gete Wami mit einem Start-Ziel-Sieg in 2:23:17 Stunden ihren Vorjahreserfolg und kann als Spitzenreiterin in der Serie «Word Marathon Majors» zum Abschluss in New York auf große Kasse hoffen. Ber beste Mann und die beste Frau teilen sich 1 Mio. $ (710.000 Euro).
Auch aus deutscher Sicht verlief das größte deutsche Marathonspektakel mit insgesamt knapp 58.000 Teilnehmern, darunter 40.215 Läuferinnen und Läufer über die längste olympische Laufstrecke von 42,195 Kilometern sehr erfolgreich. Irina Mikitenko (Wattenscheid) feierte als Zweite in 2:24:51 Stunden ein starkes Debüt, ist damit drittbeste Deutsche und war von sich selbst begeistert: «Ich bin superglücklich und habe es richtig genossen. Jetzt bin ich eine richtige Marathonläuferin und werde beim nächsten Mal ein ganzes Stück schneller laufen.»
Bei den Männern war Falk Cierpinski (Halle/Saale), Sohn des zweimaligen Marathon-Olympiasieger Waldemar Cierpinski, als 23. in 2:19:06 Stunden der beste Deutsche. Hauptdarsteller war jedoch Gebrselassie, der von Beginn an auf Weltrekordkurs lag und sein Versprechen einlöste. «Ich fühle, dass ich in Berlin zu etwas Besonderem in Lage bin», hatte vor dem Rennen gesagt.
Unterstützt von fünf Tempomachern lief Gebrselassie ständig auf Weltrekordkurs - ab Kilometer 30 konnte ihm keiner mehr folgen. Die Tempohärte hat er sich durch 250 Trainingskilometer in der Woche zugelegt. Im Vorjahr hatte der zweifache Olympiasieger und viermalige Weltmeister über 10.000 Meter auch auf Weltrekordkurs gelegen, im Solo aber seinen Vorsprung auf den letzten fünf bis sechs Kilometern bei Gegenwind wieder eingebüßt und seinen Weltrekord-Traum um 61 Sekunden verfehlt.
«Diesmal war das Wetter besser, der Wind nicht so stark», befand Gebrselassie. «Ich habe eine Zeit von 2:03 Stunden versprochen, die leider nicht gefallen sind - aber vielleicht beim nächsten Mal», fügte er hinzu. Am Abend will er Sieg und Weltrekord feiern, für die Zukunft hat er sich aber noch einiges vorgenommen: «Ich bin noch nicht am Ende meiner Träume. Im nächsten Jahr kommen die Olympischen Spiele in Peking und 2009 die WM in Berlin, das sind meine nächsten Ziele.»
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