Sondermünze und WM-Briefmarke geplant, der Kartenverkauf beginnt am 2. April und vom 15. August an läuft der 365-Tage-Countdown: Die Organisatoren der 12. Leichtathletik-WM 2009 in Berlin ziehen ihren Master-Plan durch - doch fehlt dem Sportspektakel noch Kontur.
Im Berliner Olympiastadion finden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 statt.
Knapp 18 Monate vor dem ersten Startschuss ist die zweite WM in Deutschland nach Stuttgart 1993 in der Öffentlichkeit noch kein Thema. Die Millionen-, Kultur- und Sportstadt Berlin hat vom größten Sportereignis zwischen Olympia 2008 (Peking) und Fußball-WM 2010 (Südafrika) bisher kaum Notiz genommen.
Für die Macher an der Spree ist das überhaupt kein Problem. «Das Timing stimmt. Wir sind wirklich gut im Zeitplan», versicherte Heinrich Clausen, Geschäftsführer des Organisationskomitees BOC 2009, am Rande der deutschen Hallenmeisterschaften am Wochenende in Sindelfingen. «Wir sind im Soll.» Und Michael Mronz, im OK maßgeblich an der Ausarbeitung des strategischen Master-Plans beteiligt, kündigte an: «Ab September wird die WM in Berlin ihr Gesicht zeigen.» 500 Tage vor dem Start beginnt der Ticketverkauf, 365 Tage vor der WM wird die digitale Countdown-Uhr an einem markanten Platz in Berlin in Gang gesetzt. Just an diesem Tag legen auch die Leichtathleten im Pekinger Olympiastadion los.
«Aktionismus hilft nicht, bestimmte Maßnahmen machen jetzt noch keinen Sinn», warnte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). «Im August 2009 soll die WM ihren maximalen Bekanntheitsgrad erreicht haben. Nach Olympia in Peking beginnt die heiße Phase.»
Positive Signale dafür, dass die 44 Millionen Euro teure WM im Berliner Olympiastadion doch kein «Geheimprojekt» ist, gibt es: Rund 8000 Fans haben sich mittlerweile auf der Internetseite «www.berlin2009.org» über den Kartenverkauf informiert, 6500 haben den online-Newsletter abonniert, 8500 Personen laut OK-Pressesprecher Stefan Thies Entwürfe für die WM-Sondermünze eingereicht. Berlin sucht 3500 freiwillige Helfer - über 1800 Anfragen liegen vor. «Wir dürfen nicht vergessen: Die WM ist ja in Deutschland und interessiert in der ganzen Welt. 20 Prozent des Publikums werden aus dem Ausland kommen», erklärte Mronz.
Ziel der Organisatoren: Ein volles Olympiastadion an allen neun Wettkampftagen. BOC und DLV wollen insgesamt 500 000 Eintrittskarten verkaufen. «Die größte Herausforderung ist es, das Stadion an allen neun Tagen, besonders an den Vormittagen, zu füllen», meinte Sportsoziologe Helmut Digel, OK-Mitglied und Marketing-Spezialist des Weltverbandes IAAF. Es sei «nicht ganz einfach», ein solches Ereignis in einer Weltstadt wie Berlin zu positionieren. «So eine WM muss als Thema in den Medien präsent bleiben: Und dazu braucht es Helden, Stories, positive Geschichten und originelle Ideen.»
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