Das Flugverbot über Europa hat die Marathon-Stars nicht stoppen können: Mit dem kompletten Elitefeld wird der London-Marathon gestartet.
Der Kenianer Sammy Wanjiru hält beim London-Marathon den Streckenrekord.
Die Veranstalter haben es geschafft, trotz der tagelangen Luftraum-Sperre und anschließend fehlender Plätze auf Linienflügen alle Favoriten rechtzeitig in die britische Metropole zu lotsen. So treffen sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen die Olympiasieger und Weltmeister aufeinander. Irina Mikitenko (TV Wattenscheid) will den bestbesetzten Marathon des Jahres zum dritten Mal in Serie gewinnen.
«Ich muss mich bei den Veranstaltern bedanken, dass sie es möglich gemacht haben, dass ich hier angekommen bin», sagte Sammy Wanjiru. Der kenianische Olympiasieger geht als Titelverteidiger an den Start und hält mit 2:05:10 Stunden auch den Streckenrekord in London. Mit einem Privatflugzeug flog Wanjiru von Nairobi aus zusammen mit weiteren kenianischen Läufern nach Madrid. Auf dem Weg gab es noch einen Zwischenstopp in Dschibuti, wo unter anderen Halbmarathon-Weltrekordler Zersenay Tadese (Eritrea) abgeholt wurde. Von Madrid ging es dann mit einem regulären Flug nach London.
An der Themse werden am 25. April gleich fünf Läufer mit Bestzeiten von unter 2:05:30 Stunden laufen. Nie zuvor war dies in einem Marathon der Fall - auch nicht bei Olympischen Spielen. Wanjiru ist mit seiner Bestzeit dabei nicht einmal der Schnellste im Feld: Am Start steht mit Duncan Kibet der zweitschnellste Läufer der Marathon-Geschichte: Der Kenianer verpasste vor einem Jahr in Rotterdam mit 2:04:27 Stunden den Weltrekord von Haile Gebrselassie (Äthiopien) um lediglich 28 Sekunden. Zudem war Weltmeister Abel Kirui (Kenia) mit 2:05:04 bereits schneller als Wanjiru. Fällt am Sonntag der Weltrekord (2:03:59 Stunden), erhält der Sieger eine Prämie von 280 000 Dollar.
Die deutsche Marathon-Rekordlerin Irina Mikitenko (2:19:19 Stunden) trifft unter anderen auf Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien), Weltmeisterin Bai Xue (China) und die Chicago-Marathon-Siegerin von 2009, die Russin Lilija Schobuchowa.
Beim London-Marathon sammeln die ersten fünf Läufer auch Punkte für die World-Marathon-Majors-(WMM)-Serie, zu der fünf Rennen gehören (Boston, London, Berlin, Chicago, New York). In der aktuellen Zweijahreswertung liegen Wanjiru und Mikitenko in Führung. Die Deutsche hatte es 2009 als erste Läuferin geschafft, die WMM-Serie zum zweiten Mal in Folge zu gewinnen. Hier teilen sich die beiden Sieger eine Prämie von einer Million US-Dollar.
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