Mittelstreckler Carsten Schlangen aus Berlin hat beim 15. Stadionfest der Leichtathleten für den Spitzenwert gesorgt. Der deutsche Meister über 1500 m siegte über 1000 m in 2:17,45 Minuten.
Carsten Schlangen lief über 1000 Meter in 2:17,45 Minuten.
So schnell ist in diesem Sommer laut Statistik des Weltverbandes IAAF noch niemand in der Welt über diese selten gelaufene Distanz gerannt. Seit Jahren ist auch kein deutscher Mittelstreckler mehr so schnell gewesen. 800-m-Olympiasieger Nils Schumann hatte vor seinem größten Triumph im Jahr 2000 in Sydney eine etwas schlechtere Zeit wie Schlangen erreicht, der beim ISTAF im Berliner Olympiastadion die Olympia-Norm über 1500 m knacken möchte.
Der frühere WM-Medaillengewinner Michael Möllenbeck aus Wattenscheid scheiterte als Sieger des Diskuswerfens mit 62,11 m wie in Halle/Saale an der Olympia-Norm von 64,50 m. «Ich will zum vierten Mal an Olympischen Spielen teilnehmen und bin nicht unruhig. Es war zu kalt», sagte Möllenbeck, der deshalb auf seinen sechsten Versuch verzichtete.
Erbost ist er noch immer über den WM-Zweiten Robert Harting aus Berlin, der seine nationale Konkurrenz brüskiert und Möllenbeck in einem Zeitungsinterview als Säufer bezeichnet hatte. «Das ist eine Riesensauerei und unterste Schublade», sagte er und bestätigte, dass deshalb eine Klage von seiner Seite geprüft wird. «Er muss endlich erwachsen werden, er muss was machen, dann können wir uns wieder in die Augen schauen.» Die Entschuldigung über Mikrofon in Halle/Saale vor 2500 Zuschauern reiche nicht aus, 300 000 Menschen hätten das gelesen.
Auch der deutsche Meister Markus Esser aus Leverkusen hat das Olympia-Limit im Hammerwerfen erneut verpasst. Mit der deutschen Bestleistung von 77,19 m gelang dem WM-Achten gegenüber seinem Saisondebüt in Halle/Saale eine Steigerung. Zum geforderten Peking- Ticket von 78,50 m fehlte aber noch einiges. «Ich bin nach einer Bänderzerrung im Rücken erst wieder fünf Wochen im Training und arbeite mich von Wettkampf zu Wettkampf heran», sagte Esser. «Die Verletzung hat sechs Wochen Vorbereitung gekostet. Ich muss diese Saison mehr kämpfen als im Vorjahr, wer weiß, wofür das gut ist», fügte er hinzu.
Der Sieg ging an den WM-Vierten Wadim Dewjatowski (Weißrussland) mit 77,76 m. Dritter wurde Sydney-Olympiasieger Szymon Ziolkowski (Polen/75,93). Beim Stabhochsprung-Debüt der Frauen hätte Martina Strutz (Schwerin) mit 4,50 m die Peking-Norm erfüllt, das Meeting war aber kein Norm-Wettkampf. «Norm ist Norm, ich muss sie noch einmal springen und bei den deutschen Meisterschaften unter den besten Drei sein», hofft die Schwerinerin auf die Olympia-Teilnahme.
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