Boris Becker schimpft über die jungen deutschen Tennisprofis und kann sie immer weniger verstehen. Dass die Spieler nicht Schlange stehen, wenn es darum geht, in der Nationalmannschaft dabei zu sein, treibt dem dreimaligen Wimbledonsieger sogar die Zornesröte ins Gesicht.
Becker (l) spricht beim Tennis-Turnier in Halle mit Davis-Cup-Teamchef Kühnen.
«Sie haben Verträge mit deutschen Firmen, sie haben unsere Förderung genossen und schaffen es dann nicht, an zwei Wochen im Jahr für Deutschland anzutreten, weil angeblich zu viel Druck ist», meinte der zweimalige Davis-Cup-Sieger in der «SportBild» und ergänzte: «Da sage ich: Sucht Euch einen Job bei der Post.»
Vor dem Auftaktmatch gegen Frankreich kassierte Team-Kapitän Patrik Kühnen einen Korb nach dem anderen. Philipp Petzschner sagte ab, Australian-Open-Überraschung Florian Mayer auch. Talent Mischa Zwerew fühlte sich nicht bereit und auch Michael Berrer wollte nicht in Toulon dabei sein. Da auch Thomas Haas verletzt fehlte, hagelte es die erwartete Niederlage - und jetzt droht der Abstieg. «Patrik muss leider immer mit einer 1B-Mannschaft antreten. Den Spielern ist der Davis Cup nicht mehr ganz so wichtig.»
Seine Hochachtung für die Erben der Ära Graf, Stich, Becker hält sich in Grenzen. Zwar stehen in der Weltrangliste elf Deutsche unter den Top 100, doch Becker stimmt in die Begeisterung darüber nicht ein. «Man muss als Spieler keine Bäume ausreißen, um unter die ersten 100 zu kommen.» Ernst werde es erst im Kreis der besten 20 - «da, wo es wirklich Spaß macht», so der 42-Jährige: «Dazu gehört Motivation, der Wille, es wirklich zu schaffen.»
Das spricht Becker einigen seiner Nachfolgern ab. «Jeder ist irgendwo sein eigener König, es gibt zu wenig interne Konkurrenz.» Als Grund sieht er das dezentrale Fördersystem hierzulande. In Spanien und Frankreich ist das mit den Zentren in Barcelona bzw. Paris anders. Ein Erfolgssystem. Wie auch die Zuschauerzahlen. «International erlebt Tennis einen echten Boom», so Becker.
Nur eben nicht in Deutschland, wo das Fernsehen «lieber Dart und Billard» zeigt. Zu allem Überfluss hat sich Thomas Haas in Australien so schwer verletzt, dass er operiert werden musste - nach drei Schulter-Operationen nun die Hüfte. «Ich wünsche ihm Glück, dass er noch mal ein Comeback schafft», sagte Becker über das Aushängeschild des deutschen Tennis.
Eine Lanze bricht Becker für den als eigenwillig geltenden Petzschner. Dass er die Athletenvereinbarung mit der Nationalen Anti- Doping-Agentur nicht unterzeichnet hat, sei inakzeptabel («Tennis ist nun mal olympisch»), aber die strengen Dopingregeln hält Becker dennoch für anmaßend. «Ich finde es insgesamt nicht mehr zumutbar, wie Athleten Tag und Nacht für potenzielle Kontrollen zur Verfügung stehen müssen. Da ist der Hengst mit uns durchgegangen, solche Einschnitte in die Privatsphäre zu erlauben.»
Felix Magath war sauer. Trotz des Sieges gegen den SC Freiburg kritisierte der Trainer des VfL Wolfsburg seine Mannschaft mit deutlichen Worten. Den Profis stehen ungemütliche Tage bevor. mehr
Die TSG hat seinen neuen Coach vorgestellt: Markus Babbel tritt die Nachfolge von Holger Stanislawski an. "Er wird in erster Linie psychologisch tätig sein müssen", sagt der 1899-Manager. mehr
Wenige Stunden nach seiner Verurteilung wegen Dopings meldet sich Jan Ullrich. Er gibt zu mit dem Skandalarzt Fuentes Kontakt gehabt zu haben. Das Urteil des Sportgerichtshofs werde er nicht anfechten. mehr
Der internationale Sportgerichtshof (Cas) mag gelegentlich langsam arbeiten, doch er arbeitet gründlich. Dieser Akribie hätte es im Fall Ullrich gar nicht bedurft - der Fall war klar. mehr
Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski fehlt weiterhin wegen eines Bänderrisses, doch auch ersatzgeschwächt will der 1. FC Köln die Bundesliga-Abstiegszone hinter sich lassen. mehr
In dieser Saison wird es voraussichtlich ein weiteres Elite-Radrennen in China geben. Wie der Weltverband UCI in Genf mitteilte, soll die Tour von Hangzhou als 28. Rennen im Rahmen der WorldTour in den Kalender aufgenommen werden. mehr
Patrick Hausding und Stephan Feck haben für den ersten Sieg der deutschen Wasserspringer beim 57. Internationalen Springertag in Rostock gesorgt. Das Duo aus Berlin und Leipzig setzte sich im Synchron-Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett durch. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!