Tennis-Olympiasiegerin Jelena Dementjewa schlief beim nächtlichen Rekordmatch fast ein, Andy Murray plagten Krämpfe: Die Härten der US Open haben zwei Mitfavoriten frühzeitig um alle Träume gebracht.
Der Brite Andy Murray unterlag dem Schweizer Stanislas Wawrinka.
Beim spätesten Damen-Spiel der Turniergeschichte verpasste Dementjewa am frühen Morgen des 6. September um 1.35 Uhr Ortszeit mit 3:6, 6:2, 6:7 (2:7) gegen die Australierin Samantha Stosur das Viertelfinale. Zuvor hatte die Russin, die 2004 im Endspiel stand, vier Matchbälle gegen die French-Open-Finalistin vergeben.
Mitfavoritin Jelena Dementjewa war Samantha Stosur unterlegen.
«Es war wirklich schwer, sich die ganze Zeit anzutreiben. Ich habe mich ein bisschen schläfrig gefühlt», gestand Dementjewa. Das Match in New York begann erst gegen 23.00 Uhr, weil die Herren-Partie zuvor lange dauerte. Meist spielen sonst die Herren die zweite Partie des Abends im Arthur-Ashe-Stadium. «Es ist nie leicht, so spät zu spielen. Deswegen sind wir das nicht gewohnt», erklärte Dementjewa.
Samantha Stosur hat die Russin Jelena Dementjewa aus dem Turnier geworfen.
Stosur trumpfte dagegen immer mehr auf, je länger der dritte Satz dauerte. «Das war eines der aufregendsten Matches, die ich je gespielt habe. Die Atmosphäre war toll», sagte die Siegerin. Die Weltranglisten-Sechste fordert nun Titelverteidigerin Kim Clijsters heraus, Lokalmatadorin Venus Williams trifft dann auf French-Open-Siegerin Francesca Schiavone aus Italien.
Andy Murray nimmt während des Turniers gegen Stanislas Wawrinka medizinische Hilfe in Anspruch.
Den bisherigen Rekord für das späteste Damen-Match in Flushing Meadows stellten 1987 Argentiniens Star Gabriela Sabatini und Beverly Bowes mit dem Ende um 1.30 Uhr auf. Die Schweden Mats Wilander und Mikael Pernfors hielten die Fans 1993 sogar bis um 2.26 Uhr in Atem. Rafael Nadal, der problemlos ins Achtelfinale eingezogen war, beendete sein Viertelfinale 2008 erst um 2.10 Uhr und scheiterte danach im Halbfinale an Murray.
Michail Juschni bejubelt einen Punktgewinn im Match gegen John Isner.
Der Schotte musste seinen Traum vom ersten Grand-Slam-Triumph diesmal schon in der dritten Runde begraben. Der Weltranglisten-Vierte verlor nach 3:56 Stunden gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka mit 7:6 (7:3), 6:7 (4:7), 3:6, 3:6. Der Finalist von 2008 wurde dabei von Oberschenkelkrämpfen geplagt. «Er hat besser gespielt. So einfach ist das. Nachdem ich den zweiten Satz trotz Chancen nicht gewinnen konnte, habe ich meine Linie verloren», sagte Murray. Mitte August hatte er beim Gewinn des ATP-Masters-Turniers in Toronto noch nacheinander Nadal und Roger Federer besiegt.
Die spanischen Tennis-Profis um Superstar Nadal sind mit gleich sechs Spielern ins Achtelfinale von Flushing Meadows eingezogen. Für eine derartige Dominanz hatten neben den Gastgebern aus den USA zuletzt die Australier 1969 gesorgt. Nadal trifft in einem Linkshänder-Duell auf Feliciano Lopez. Auf den Sieger wartet im Viertelfinale David Ferrer oder Fernando Verdasco.
Die Amerikaner können nur noch auf Sam Querrey hoffen, der nun gegen Wawrinka antritt. Für John Isner, der mit dem Rekordmatch über den Franzosen Nicolas Mahut in Wimbledon Tennis-Geschichte schrieb, war im Achtelfinale Schluss. Beim 4:6, 7:6 (9:7), 6:7 (5:7), 4:6 gegen den Russen Michail Juschni reichten Isner 33 Asse nicht. Erst nach der 3:18 Stunden langen Partie durften Dementjewa und Stosur beginnen.
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