Nach mehr als vier Jahren Pause präsentiert sich Tommy Haas im deutschen Davis-Cup-Team hochmotiviert. «Ich bin froh, zurückzukehren. Ich fühle mich physisch so gut wie lange nicht mehr», sagte der Wahl-Amerikaner in Bamberg.
Tommy Haas fühlt sich «physisch so gut wie lange nicht mehr.» Foto: Oliver Krato
Dort treffen die deutschen Tennisprofis am Wochenende in der ersten Runde auf Argentinien. Während Haas, Florian Mayer und Philipp Petzschner auf dem Sandbelag in der Halle ihre erste Trainingseinheit absolvierten, fehlte am Dienstag Philipp Kohlschreiber.
Der Augsburger leide unter einem Magen-Darm-Virus, sagte Teamchef Patrik Kühnen. Kohlschreibers Einsatz gegen den Vorjahresfinalisten aus Südamerika soll aber nicht gefährdet sein: «Wir gehen davon aus, dass er bis zum Wochenende fit ist.»
2007, beim bitteren Halbfinal-Aus gegen Russland, hatte Haas zuletzt zum deutschen Davis-Cup-Aufgebot gehört. Jahrelang plagten ihn Verletzungen. Doch jetzt fühlt sich der 33-Jährige fit: «Die Tür war ja nie ganz zu», sagte er. Am Donnerstag will Kühnen bekanntgeben, wer die Einzelpartien bestreitet und wer das Doppel. Er wolle zunächst die Trainingseindrücke abwarten und dann mit dem Team die Strategie besprechen, sagte er.
Haas will keine Ansprüche stellen. «Ich bin hier, um mein Bestes zu geben. Ich will mich so gut wie möglich vorbereiten. Was kommt, das kommt.» Aber natürlich trainiere man schon immer «mit dem Gedanken, dann auch zu spielen», ergänzte er.
Philipp Petzschner dagegen machte sich bereits laut Gedanken: Mayer und Kohlschreiber die Einzel, er und Haas das Doppel - «das wäre die wahrscheinlichste Variante», spekulierte der 27-Jährige.
Die Argentinier mit David Nalbandian, Juan Monaco, Eduardo Schwank und Juan Ignacio Chela gelten als Favoriten im Erstrundenduell. «Argentinien ist ein sehr starkes Team. Aber wir haben auch ein tolles Team. Und wir haben den Heimvorteil», so Kühnen. Auch die deutschen Profis glauben an ihre Chancen. «Man muss Argentinien schon als Favorit sehen. Aber jeder kann jeden schlagen. Die Tagesform ist entscheidend», sagte Florian Mayer. Der 28-Jährige hatte wegen Leistenproblemen die Australian Open absagen müssen. Doch nun habe er keine gesundheitlichen Probleme mehr, betonte Mayer: «Alles ist gut.»
Ihn und Petzschner erwartet ein kleines Heimspiel - denn Bamberg liegt nur 60 Kilometer von ihrem Geburtsort Bayreuth entfernt. «Das ist ein Extra-Ansporn für uns. Das wird sicher ein besonderes Davis-Cup-Spiel», sagte Mayer.
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