Rauchen wie Maradona – aber Joachim Löw tut’s nicht im Training
Auch das omnipräsente DFB-Präsidiumsmitglied Franz Beckenbauer regte in München an, Löws Vertrag vor der WM zu verlängern. "Solche Nebenkriegsschauplätze stören bei einer WM. Es wäre gut, wenn das vorher gelöst würde", sagte er. "Ansonsten wird es immer lästige Fragen geben." Für diese Fragen aber kann Löw nichts. Er hat nicht das Kommunikationsdesaster zu verantworten, das der DFB sich in den Wochen des Vertragsverlängerungswirrwarrs geleistet hat. Wer erlebt hat, wie Löw jetzt versuchte, mit einem Machtwort die unsägliche Vertragsdebatte zu beenden, der kann erahnen, wie sehr er dem DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Niersbach den Vertrauensbruch immer noch nachträgt.
Dass Löw nach der WM als Bundestrainer aufhören wird, darauf deuten auch zwei Personalien hin: Urs Siegenthaler, sein hoch geschätzter Scout, heuert zur kommenden Saison als Sportchef beim HSV an. Als ausgemacht gilt verbandsintern zudem, dass Teammanager Bierhoff beim DFB nach der WM keine Zukunft haben wird; jener Bierhoff, den Löw zuletzt als seinen wichtigsten Mitstreiter bezeichnet hat. Der jüngste Beleg dafür waren die Tiraden, die Zwanziger zuletzt gegen Bierhoff losließ. "Von seiner Kompetenz bin ich überzeugt, aber auch das Menschliche gehört dazu", stänkerte er und ließ sich in der "FAS" zu einer verräterischen Aussage hinreißen: "Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die öffentliche Meinung für Oliver Bierhoff und gegen den DFB gerichtet ist. Es ist umgekehrt."
Natürlich mühen sich alle Beteiligten, die Behauptung aufrecht zu erhalten, Löws Zukunft sei offen. Aber das wird nicht ausreichen, um die Bundestrainerdiskussion zu beruhigen.